10 Jahre Kyrill

10-jahre-kyrillVor zehn Jahren, in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 2007, brandete der Orkan Kyrill durch das Sauerland und stürzte unfassbare 26,5 Millionen Festmeter Wald zu Boden.
Besonders das Sauerland traf der Sturm hart. „Der Wald gehört zum Sauerland wie die Berge“, meint Verena Verspohl, Landtagskandidatin aus Arnsberg, die Kyrill hautnah mitbekommen hat. „Der Klimawandel bringt auch bei uns schlimmere Stürme mit sich, das haben wir vor zehn Jahren erlebt. Ich setze mich für Strategien ein, die sowohl direkt vor Ort den Wald aufwerten und sturmsicherer machen, als auch im gesamten Themenfeld des Klimawandels ausgleichend wirken“, ergänzt sie. „Unser Wahlprogramm für NRW hat genau diese Aspekte in den Blick genommen und gibt dem Waldschutz einen Schwerpunkt.“

Mit Bestürzung erinnern sich die GRÜNEN am 10. Jahrestag an die Katastrophe. „Jeder Sauerländer weiß doch noch heute, wo er damals war und wie er am nächsten Morgen erstmals den Kahlschlag wahrnahm“, glaubt auch Annika Neumeister, grüne Kreissprecherin und Bundestagskandidatin. „Mit dem Klimawandel nehmen Wetterextreme zu. Das ist vielerorts dramatisch und war es mit Kyrill ja auch schon direkt vor unserer Tür. Wir müssen uns dieser Gegenwart stellen.“ Dazu gehört auch die bittere Wahrheit, dass die Fichte als „Brotbaum“ des Sauerlandes der zunehmenden Trockenheit und Wärme weichen muss und durch andere Baumarten ergänzt wird, um den Wirtschaftswald langfristig klimasicher umzubauen.

„Den Klimawandel zu stoppen gehört zu den größten Aufgaben unserer Zeit. Wer das nicht erkennt, der kann noch heute durchs Sauerland wandern und die Spuren des Orkans sehen, den wir diesem globalen Wandel verdanken.“ ergänzt Verspohl abschließend.

Dieser Artikel als Hörversion.

Einige Eindrücke der Katastrophe haben wir hier zusammengestellt:

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Wurzelballen einer großen Fichte: Flache Wurzeln halten nicht bei Orkanen!

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Niedereimer Wannetal: Viele Einzelfichten fielen

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Wurzelballen einer großen Fichte

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Flächenbruch im Arnsberger Wald: die Schneisen oft wie abgeschnitten

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Kreuz und quer: bei der Aufarbeitung starben allein in NRW sechs Waldarbeiter

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Flächenbruch mit einzelnen Standhaften: unberechenbare Sturmwirbel brachen beinahe Muster in die Wälder

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Gefährliche Arbeit: um dieses Mikadospiel aufzuarbeiten, bedurfte es schwerer Forstmaschinen

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Geknickt: dickste Bäume brachen oft in der Mitte durch wie Streichhölzer

neue opfer

Und neue Opfer pflanzt in die Ruinen: weil die Hilfen aus Düsseldorf zu spärlich und die Anträge dafür zu bürokratisch waren, nahmen viele Waldbesitzer dann doch wieder Fichten, wider besseres Wissen

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