Alle zusammen: Pflanzen!

Im Gespäch mit Dr. Leder vom Forstlehramt Arnsberg: Janni Gesenhues, Jan Ovelgönne, Thomas Wälter

Die Fichte, der Brotbaum des Sauerlandes über Generationen, ist am Ende. Sie hält der Trockenheit nicht mehr stand, im Arnsberger Wald sind die meisten schon abgestorben. Ganze Bestände sind braun, viele Flächen schon abgeräumt, aber da der Holzpreis im Keller ist, kann man die geernteten Stämme nicht einmal vermarkten. Und es ist eine Mammutaufgabe, die leeren Waldflächen wieder mit Pflanzen zu bestücken! Dazu kommt das Problem: welche nehmen wir?
In den letzten Wochen haben wir mit Fachleuten geredet (links beim Gespräch mit Dr. Bertram Leder vom Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberg am 8.11.) und uns mit den städtischen FörsterInnen zusammen gesetzt, um die Probleme im Wald auch von fachlicher Seite gut zu beleuchten.
Nach dieser Vorbereitung haben wir nun einen Antrag formuliert, der die Arbeit der Forstleute unterstützen soll und die BürgerInnen bei der Bewältigung dieser Krisensituation mit ins Boot, bzw. ins „Pflanzbeet“ holt.

Wir beantragten daher im Dezember 2019 ein ehrenamtlich unterstütztes Anpflanzungsprogramm für die Stadt Arnsberg. Symbolisch sollen es 73.814 Setzlinge nach aktueller Bevölkerungsstatistik sein. Wir selbst werden unsere Netzwerke aktivieren, um ehrenamtliche MitpflanzerInnen zu gewinnen, und im Frühjahr mit Verkaufsaktionen von Spendenbäumchen beginnen.
Die Forstverwaltung wird ein Kataster geeigneter Flächen auflegen, wo in gemeinsamen Aktionen und unter Anleitung der FörsterInnen aufgeforstet werden kann.
Einem alten Sprichwort folgend sollte jeder Mensch in seinem Leben (unter anderem) einen Baum pflanzen, und wer es vor Jahren vielleicht schon getan hat, versteht warum. Es ist eine besondere Beziehung, wenn man Jahrzehnte später einen selbst gepflanzten Baum besuchen kann. Diesen Identifikationseffekt versprechen wir uns auch von einer bürgerschaftlichen Gemeinschaftsaktion.
Im Sinne des sogenannten „Einheitsbuddelns“ (am 3. Oktober Bäume pflanzen) könnte man die ArnsbergerInnen alljährlich zum Nachkontrollieren rufen, um abgestorbene Pflanzen zu ersetzen. So soll die Aktion verstetigt werden.

Durch die Vernetzung vieler BürgerInnen und ihren persönlichen Einsatz für „ihren“ Stadtwald können nachhaltige Synergieeffekte entstehen, die die zukünftige Forstwirtschaft positiv begleiten und unterstützen werden. Jeder neu gepflanzte Baum ist ein Baustein im Klimaanpassungsprozess, und hilft gegen die Überhitzung städtischer Wohnräume.

Dieser Artikel als Hörversion
Der Antrag zum Download

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld