Auch Nellius war Täter

 

Georg NelliusNach neuen Forschungen steht fest, dass auch Georg Nellius weit intensiver und tatkräftiger an der Unterstützung des nationalsozialistischen Regimes mitgearbeitet hat, als bisher bekannt. Und gerade wegen dieser bisher weitgehend unbekannten Täterschaft des Komponisten muss man auch auch vor den Initiatoren des Bürgerbegehrens in Sundern vertreten, was die Autoren der anhängenden Untersuchung als Fazit herausstellen: Am Rumbecker Hammer - Diese Damen könnten Nellius noch gekannt haben...„Seriöse historische Forschung, die zur Revision untragbarer Straßenbenennungen führt, ist keine selbstgerechte Richtstätte, sondern ein Erweis von Respekt gegenüber vielen Millionen Opfern des Nationalsozialismus.“ Welche Glaubwürdigkeit hätten unsere jährlichen Gedenkveranstaltungen für die Opfer, wenn wir das Andenken an Täter solcherart in ehren halten, wenn sie denn als Täter bekannt werden. Ein Zitat von Nellius vom 9.12.1934 ist mehr als deutlich: „[D]en Führer erkannte und anerkannte ich öffentlich seit zwölf Jahren als die einzige deutsche Hoffnung, ich bewundere und verehre in ihm den Schmied der deutschen Gegenwart und Zukunft.“
Schon 1923 vertonte er Maria Kahles „völkische“ Werke voll Blut- und Boden Lyrik. In der gesamten Zeit des Aufstiegs der Nationalsozialisten sah er seine Aufgabe in der Unterstützung des neuen Regimes und darin, „unserem Führer Adolf Hitler in seinem Kampf um die Wiedererweckung deutschen Geistes, deutscher Art und Sitte Helfer und Mitarbeiter zu sein. Heil Hitler!“ so heißt es in einem Artikel in einer Zeitungsbeilage von 1933.
Wenn andere auch noch größere Reden geschwungen haben als Georg Nellius, so war er es doch, den den Taktstock dazu geschwungen hat. Ein solcher Mann verdient keine Ehrung in Form einer Straßenbenennung. Das sind wir den Opfern schuldig.

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