Besuch beim Ruhrverband

Es war ein interessanter Besuch beim Ruhrverband, genauer gesagt im Klärwerk des Ruhrverbandes an der Hammerweide in Arnsberg.
Dr. Klaus Kruse und Klärwerksmeister Udo Kemper zeigten uns die Anlage und erläuterten anschaulich und gut verständlich den komplexen Ablauf der Abwasserbehandlung.
Bereits ganz zu Anfang wurde deutlich, dass eine Entfernung der chemischen Spurenstoffe, die uns bei der Trinkwasserversorgung zunehmend Probleme bereiten, bei den bisher üblichen Verfahren der mechanischen und bakteriellen Klärung nicht möglich sind.
Dr. Kruse verwies auf die Versuchsanlage in Schwerte, die mittels zusätzlicher Aktivkohlefilter und Ozonierung eine wesentlich umfangreichere Klärung der zugeleiteten Abwässer verwirklicht und dem RV als Vorzeigeprojekt der hauseigenen Forschungsarbeit dient. Natürlich wird diese Anlage mit Fördermitteln betrieben. Eine eigene Verantwortungsübernahme für die Eliminierung „schwieriger“ Spurenstoffe, etwa aus dem Medizinalbereich oder der Papierindustrie sieht man beim Ruhrverband nicht. Das sei ausschließlich Sache des politischen Willens.

Wir sehen das etwas anders. Der Ruhrverband nimmt Abwässer zur Reinigung entgegen, also sollten sie auch ohne Verunreinigung sein, wenn sie in den Fluss entlassen werden der auch der Trinkwassergewinnung dient.
Rein rechtlich gesehen ist der Ruhrverband auf der sicheren Seite mit seiner Einstellung. Man überschreitet bei Einzelstoffen keine Grenzwerte. Ob der Mix aus Dutzenden chemischen Spurenstoffen aber in der Kombination keine Auswirkung auf die Gesundheit hat, mag heute kein Wissenschaftler ausschliessen.
Der Ruhrverband könnte sich gegenüber den kommunalen Entscheidern durchaus deutlicher für einen besseren Trinkwasserschutz einsetzen und selbst aktiv werden, indem z.B. eine zusätzliche Ozonierung oder Aktivkohlefilterung in den Klärwerken eingesetzt wird. Besonders die Trinkwasserversorgung an Ruhr und Möhne würde davon profitieren.

Wir wollen in den nächsten Monaten einen Besuch der Schwerter Versuchsanlage einplanen, dieses Angebot wurde uns eindringlich gemacht. Dort läuft unsere „Wunschanlage“ ja bereits und kann besichtigt werden, erste Forschungsergebnisse liegen vor.  Hier nachzulesen…

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