Druck machen bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn verweigert sich weiterhin den vielfachen Rufen aus der Region nach bahn-zweigleisig-erhaltenAufrechterhaltung der Zweigleisigkeit auf der Oberen Ruhrtalbahn. Nun gibt es einen mutigen Vorstoß des Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), der das Angebot auf 50 %ige Übernahme der Mehrkosten von 22 Mio. Euro an die Bahn geschickt hat.

Wir begrüßen dieses Engagement außerordentlich und sind mit der Landtagsfraktion in Kontakt getreten, um Unterstützung des Signals zu bekommen. Rolf Beu, der bahnpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, hat das Ministerium angeschrieben mit der Bitte um Darlegung der Handlungsspielräume. Es gibt beispielsweise die neu eingerichtete LuFV II (hier eine Erläuterung des Eisenbahnbundesamtes), aus der ebenfalls Mittel fließen könnten. Dort stehen in den Jahren 2015 bis 2019 insgesamt rund 20 Mrd. Euro für Ersatzinvestitionen in das Bestandsnetz zur Verfügung. Diese Mittel müssen auch für die wichtigste Bahnverbindung durchs Sauerland zur Verfügung stehen!
Aber auch die Gelder aus der ersten LuFV dürfen nicht derart einseitig im Ruhrgebiet verbaut werden, wie es im Moment der Plan ist (das Fördervolumen fließt vollständig in eine S-Bahnstrecke im Köln-Bonner Raum). Da muss eine Prioritätenverschiebung stattfinden, wenn eine Verwendung der neuen Mittel für die Obere Ruhrtalbahn einfach zeitlich nicht in Frage kommt.

Die Bahn sieht in einer künftigen Eingleisigkeit der Oberen Ruhrtalbahn keine Verschlechterung der Strecke. Dabei geht es darum, dass die Tunnel Freienohl und Glösingen in Zukunft keinen Begegnungsverkehr mehr erlauben würden (der Tunnel Elleringhausen/Olsberg ist eh schon seit Jahren nur noch eingleisig). Jede Verspätung würde dazu führen, dass Anschlusszüge durch Wartezeit vor einem der Tunnel verpasst werden. Auch eine Elektrifizierung der Strecke (bereits als Projekt zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet) und damit Betrieb mit elektrischen Triebfahrzeugen ist bei Eingleisigkeit erst einmal ad acta gelegt. Die Strecke Obere Ruhrtalbahn wäre faktisch für jede Weiterentwicklung gestorben.

All dies weiß die Bahn. Die Politik, die Verbände (kürzlich IHK-Präsident Kersting) und kommunalen Vertreter, sämtliche Bürgermeister der Region, Landtags- und Bundestagsabgeordnete des Sauerlands haben sich bereits an Bahnchef Grube gewandt.
Wir selbst hatten im Juni 2013 Bettina Herlitzius hier, Verkehrsexpertin der Bundestagsfraktion der Grünen, und hatten mit einer Kleinen Anfrage im Bundestag den politischen Druckaufbau unterstützt.

Die Zeit drängt. Wir müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren, um eine Auftragsvergabe für einseitige Sanierung zu verhindern.

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