Erdgas tanken zu wenige

Ein Pressebericht über die Schließung der einzigen Erdgassäule in Arnsberg, und man glaubt die gesamte Infrastruktur bricht zusammen. Im Stadtgebiet Arnsberg sind gerade mal 59 Fahrzeuge mit Erdgasantrieb zugelassen. Im gesamten HSK gibt es 125 erdgasbetriebene Fahrzeuge von insgesamt 217.549 zugelassenen KFZ, das entspricht gerade mal 0,057 %!
Die SPD fordert sofort medienwirksam „Stadtwerke, übernehmen Sie!“, ohne groß nachzufragen. Auch wir Grünen hatten uns am Montag direkt an die SWA gewandt mit der Bitte, zu recherchieren und nächste Woche in der planmäßigen Aufsichtsratssitzung zum Thema zu berichten. Hinter den Kulissen haben wir allerdings auch selber weiter geforscht:
tanken Der Anbieter der Ergastankstelle im Niedereimerfeld, die Fa. Grüne, hat ganze 18 (!) Stammkunden für Erdgas und diese angeschrieben um über die Schließung zu informieren. Diese hat ja einen nachvollziebaren Grund, nämlich zu kleine Nutzerzahlen bei zu hohem Aufwand. Auch eine Erdgas-Zapfsäule muss gewartet werden, und die Kosten überstiegen die Einnahmen wohl derart eklatant, dass nach Übernahme durch einen neuen Lieferanten der Gasmengen von dieser Seite aus die Reißleine gezogen wurde.

Und so werden wahrscheinlich auch die Stadtwerke Arnsberg zu keinem anderen Schluss kommen als mangels Rentabilität den Service nicht anzubieten, zumal es in Werl, Soest und Meschede die nächsten Säulen gibt. Das ist nicht prickelnd, aber das entscheidet der Markt. In einer anderen Kommune liegt der Zuschussbedarf für die dortige Erdgas-Zapfsäule wohl bei ca. 90.000 € jährlich!

Erdgas ist immer noch ein fossiler Brennstoff, und damit nicht die ökologischste Variante der Betankung, auch wenn Gas sauberer verbrennt als Benzin oder Diesel. Keine Stickoxide, kein Feinstaub. Viel mehr verbreitet als Erdgas-Motoren sind zudem Autogas-Motoren, also Autos, die mit Flüssiggas (LPG) fahren. Das wirkt sich natürlich auch auf das Tankstellennetz aus, Flüssiggas gibt es an vielen Tankstellen, mehr dazu in diesem Artikel.

Unser Fazit: Auch wenn es für den Einzelnen bitter ist, die Allgemeinheit kann nicht haften für eine Kaufentscheidung, die trotz einer unsicheren Versorgungslage gefällt wurde.

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