Erlebnispfad Erneuerbare Energie

Eine Replik

zu dem Vorschlag des AltArnsberg SPD-Vorsitzenden E. Felix Werker, wie er am 30.07. in unserer Lokalpresse zu lesen war

Der Bolzplatz auf dem Lüsenberg in AltArnsbergElmar Werker geriert sich gern als Retter der Energiewende, diesmal mit einem „Erlebnispfad Erneuerbare Energie“ statt dem geplanten Lüsenberg-Naturspielplatz. Ob eine E-Bike-Tankstelle oder Solarkocher länger als drei Tage überleben sei dahin gestellt, das Vandalismusrisiko ist jedenfalls hoch. Aber vielleicht gibt es sinnvollere Ausgestaltungen der Idee, die weniger anfällig für Zerstörung sind. Sein Engagement verwundert ein wenig, ist dies jetzt doch die dritte SPD-Meinung zum Naturspielplatz. Im Bezirksausschuss Arnsberg wurden die Pläne für diesen Spielplatz von allen Fraktionen, auch der SPD, dem Rat empfohlen. Im Haupt- und Finanzausschuss und Rat lehnte die SPD-Fraktion ihn dann ab. Und jetzt soll es stattdessen ein „Erlebnispfad“ werden. Aber gut; man kann sich geänderten Gegebenheiten ja auch stellen und mitgestalten.

Die Bezugnahme auf die Aufhebung der Windkraftzonen und sein Statement, diese Entscheidung sei „gegen die Politik der Landesregierung, die den Anteil erneuerbarer Energien steigern will“, kann man allerdings nicht stehen lassen. Herr Werker hat offenbar die Hintergründe dieser Entscheidung nicht ganz verstanden.

Seine eigene Fraktion hat es offensichtlich, die stimmte im Rat nämlich zu, und ich glaube nicht, dass die KollegInnen damit Landesmutter Hannelore vors Knie treten wollten. Diskutiert haben wir in grüner Runde ebenfalls intensiv, haben uns den Planer zur Beratung hinzugezogen und aufgrund der Arnsberg-typischen Topographie die Argumentation der Verwaltung nachvollzogen.

Um mehr Windräder zu bekommen, haben wir zwei Möglichkeiten: Entweder zusätzliche Vorrangzonen ausweisen, oder (wie jetzt beschlossen) die bestehende Vorangzone aufheben. Das hat dann den Effekt, dass im gesamten Stadtgebiet Windräder gebaut werden dürfen statt nur in der oder den Vorrangzone(n). Hätten wir weitere einzelne Vorrangzonen ausgewiesen, hätte für alle 22 mögliche Standorte ein Artenschutzgutachten erstellt werden müssen, ein Kostenfaktor in sechsstelliger Höhe. Die meisten dieser Standorte ermöglichen nur eine Einzelanlage, der Aufwand stünde  in keinem Verhältnis. Darum war es sinnvoll, die möglichen Flächen alle frei zu geben, in dem wir die einzige bestehende Vorrangzone aufgehoben haben. Dieser Beschluss wurde also gefasst, um mehr Windkraft in Arnsberg zu ermöglichen, nicht um sie zu verhindern.

Also Herr Werker; nicht einfach mit Halbwissen um sich werfen, sondern sich besser informieren!

Ich freue mich dann auf den 17.09., Termin nächster Bezirksausschuss, wo Herr Werker laut der Pressemeldung seine alternativen Pläne für den Lüsenberg vorstellen wird. Das wäre dann das erste Mal seit vielen Jahren, dass Herr Werker in einer Bezirksausschusssitzung anwesend sein würde.

Thomas Wälter – Sprecher Bündnis 90/Die Grünen, OV Arnsberg

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