Fraktionsübergreifendes Votum für die Sekundarschulen

In der Ratssitzung am 23.01. wurde die Schliessung der Hauptschulen und die Errichtung von drei Sekundarschulen in Arnsberg, Neheim und Hüsten auf den Weg gebracht. Bei einer Enthaltung war das Votum einstimmig, alle Parteien sprachen sich sehr engagiert für die neue Schulform aus. Als Tischvorlage waren die Stellungnahmen der Schulkonferenzen verteilt worden, die zum großen Teil kritisch bis ablehnend auf den bereits im Dezember einstimmig gefassten grundsätzlichen Beschluss reagiert hatten. Man wollte gern um ein Jahr verschieben, und kritisierte die Eile der Einführung. Dieses Argument wollte die Politik nicht gelten lassen.

Hans Wulf, grüner Fraktionssprecher, forderte die (zahlreich als Zuhörer erschienenen) LehrerInnen auf,  zuallererst an die Kinder zu denken, die in diesem Jahr schon auf eine zukunftsfähige Schule wechseln könnten.
Einen besonders deprimierenden Effekt des alten dreigliedrigen Systems hatte vorher schon Fachbereichsleiter Gerd Schmidt genannt: 30 % der Kinder eines Jahrgangs werden im Laufe ihrer Schullaufbahn die Schule wechseln, und zwar in aller Regel nach „unten“. Welche Belastung solch ein Wechsel für Kinder und Eltern bedeutet, kann man erahnen.

Einer der Aspekte beim Schulkompromiss der Sekundarschule ist das Ende dieser „Aussortierungskultur“. Es wird einen höheren Lehrerschlüssel geben. Es wird umfassende Fortbildung für das Lehrpersonal geben, und sowohl der Rat als auch die Verwaltung haben jede notwendige Unterstützung beim Umbau des Systems zugesichert. Für die Schülerinnen und Schüler, die eine gymnasiale Oberstufe besuchen wollen, wird, falls der Bedarf bestehen sollte, die fremdsprachliche Kompetenz durch ergänzende Kurse der VHS gestärkt.

Der Umbau unseres Schulsystems  zu einem gerechteren und alle Kinder mitnehmenden Ort des Lernens wird nicht von heute auf morgen passieren. Und mit Leben erfüllt wird diese Zukunftsvision auch nicht von der Politik, sondern von LehrerInnen, Eltern und Kindern. Aber es ist schon viel zu lange gezögert worden damit. Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

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