Gigantomanie am Sauerlandmuseum

In der letzten Ratssitzung vor der Wahl wurden die Ratsmitglieder von einem Projekt überrascht, das aus dem Museumshof des Sauerlandmuseums eine „gigantische Tiefgarage“ (Hans Wulf) machen will.
Als Starterprojekt „Kulturelles Schaufenster Südwestfalen“ soll die Planung (über die durchaus fraktionsübergreifend kontrovers diskutiert wurde) zur Regionale 2013 eingereicht werden. Im Rahmen dieser „Leistungsschau für Südwestfalen“ werden aus allen möglichen Bereichen Fördergelder zusammengesucht, um solche Leuchtturmprojekte zu finanzieren.
Es ist bezeichnend, mit welchen Argumenten die Gigantomanie verteidigt wird. Im Kreiskulturausschuss äußert sich ein CDU-Mann sinngemäß mit „alle sahnen ab, dann sollten wir auch nicht zurückstehen“, Klaus Kaiser hier im Rat gebraucht selbst das Wort Größenwahn, um danach zu argumentieren man solle nicht kleckern, sondern klotzen. Unser vierter Bürgermeister Hunecke meint, seinem Amt Würde zu verleihen indem er den kritischen Ratsleuten unterstellt, sich die Größe der Räumlichkeit nicht vorstellen zu können. Das sind CDU-Argumente!
Wir werden als Stadt Arnsberg die Kosten nicht unmittelbar zu tragen haben. Aber auch Fördermittel sind Steuergelder und damit Bürgergelder. Wie viel Geld in das Projekt fliessen soll, konnte dem Rat nicht gesagt werden, genauere Zahlen liegen noch nicht vor.
Niemand konnte auch im Vorfeld die Frage beantworten, wie lang die Bauphase des Projektes dauert (Architekt Kalhöfer konnte es im Kreiskulturauschuss jedenfalls nicht).
Welche Auswirkung hat es auf die Gesamtgeologie des Schlossberges und die angrenzenden historischen Gebäude, wenn ein solch riesiges Loch in den Berg gehauen wird? Wir haben gerade den Archiveinsturz in Köln erlebt (dem übrigens auch Arnsberger Urkunden zum Opfer fielen). Nach Aussagen von Kalhöfer muß mit Spezialspritzbeton aufwändig abgestützt werden, darüber hat man sich aber bisher noch keine weitergehenden Gedanken gemacht.
Alles in allem ein Projekt der Superlative, ohne Zweifel. Ob wir solche Leuchttürme in Zeiten der Krise aber wirklich brauchen, wird von uns bezweifelt.

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