Lebenswerte Stadt Arnsberg – auch nach dem Tod

Die Bestattungskultur hat sich geändert. Vor 50 Jahren wäre noch kein Mensch auf die Idee gekommen, sich einäschern zu lassen oder diese Asche vielleicht zu einem Diamanten pressen zu lassen. Man kam unter die Erde und gut, Alternativen gab es kaum.
Inzwischen hat sich allerdings einiges getan, die Gesellschaft ist offener geworden, religionsunabhängiger und multikultureller. Dies hat sich auch auf die Friedhofskultur niedergeschlagen. Dazu kommt eine gewachsene Mobilität der Menschen. Man bleibt oft nicht mehr ein Leben lang an einem Ort, und die nächste Generation erst recht nicht. Aufwändige Familiengrabstätten sind nicht mehr gefragt.

Schon vor einigen Jahren haben die GRÜNEN die Einführung von Baumgräbern initiiert, die seitdem am Friedhof Rumbecker Holz und am Waldfriedhof angeboten wurden. Aber es bedurfte eines weiteren Antrags (diesmal zusammen mit der CDU), die Baumbestattungen auch auf den Ortsfriedhöfen einzuführen, was bis 2020 nun umgesetzt werden soll.

Nun haben wir in einem weiteren gemeinsamen Antrag eine Erweiterung der Bestattungsangebote gefordert. Auf den großen Friedhöfen sollen Themengrabfelder eingerichtet werden, z.B. Rosengärten oder Lavendelhaine, dies sind thematisch gestaltete Grabfelder mit einer Aufenthaltsqualität, die den Trauernden einen würdigen Rahmen zum Abschied nehmen bietet.

Der Friedhof Oelinghausen soll wegen seiner besonderen Lage zu einem Ruhewald gestaltet werden, der auf der städtischen Fläche des Friedhofes die Baumbestattung ermöglicht. Die Nähe zum Kloster Oelinghausen bietet hier ein derart besonderes Ambiente, dass dieser Friedhof auch von Auswärtigen als letzte Ruhestätte erwählt werden könnte.

Besonders wichtig finden wir die Neueinrichtung der Bestattung mit Haustier. Erst mit dem gerade geänderten NRW-Bestattungsgesetz soll sich diese neue Beerdigungsmöglichkeit auch für kommunale Friedhöfe eröffnen, und wir sollten sofort einsteigen. Für viele Menschen ist das Haustier inzwischen die wichtigste Bezugsperson, und sie möchten ihrer Liebe auch über den Tod hinaus Ausdruck verleihen. Auf besondere Friedhofsflächen begrenzt sollte auch die Haustierbestattung möglich sein, ohne andere zu stören, denen so viel Tierliebe vielleicht zu weit geht. Denn der Bedarf besteht, daran besteht kein Zweifel, und darum sollte der Service auch geboten werden.

Hier der Artikel als Hörversion.

Hier der Antrag zum zum Download.

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