MdB Bettina Herlitzius unterstützt die Obere Ruhrtalbahn

Auf zwei Gleisen fährt man besser - auch durch den Schlossberg-Tunnel!Bettina Herlitzius, grüne Verkehrsexpertin im Bundestag, war bei den Arnsberger GRÜNEN zu Gast und brachte viele wichtige Informationen mit. Das Thema „Eingleisige Sanierung der Oberen Ruhrtalbahn“ stand auf der Tagesordnung. Wie bekannt, plant die Deutsche Bahn auf der Oberen Ruhrtalbahn drei Tunnel zu sanieren, weil neue Gesetzgebung strengere Vorgaben macht. Unsere wichtigste Verbindungslinie im Sauerland soll bei diesem Vorhaben auf Eingleisigkeit zurückgebaut werden.
Über den Sinn der Gesetzgebung, die für Nebenstrecken dieselben Vorgaben wie für Hochgeschwindigkeitstrails vorschreibt, schüttelt man den Kopf, aber zunächst ist sie eben so (entstanden aus dem Gletscherbahn-Unglück bei Kaprun übrigens).

Bettina Herlitzius erklärte hierzu: „Wenn wir den ländlichen Raum in Zukunft nicht zunehmend ausbluten wollen, brauchen wir attraktive und nachhaltige Verkehrsverbindungen. Die Obere Ruhrtalbahn spielt aber nicht nur für den Tourismus und den Personenverkehr in der Region eine wichtige Rolle. Mit einer durchgehenden Elektrifizierung könnte die Strecke zukünftig eine wichtige Alternative West-Ost Verbindung für den zunehmende Güterverkehr sein. Die niederländischen und belgischen Hochseehäfen expandieren seit Jahren und ihr Hinterlandverkehr wird zunehmend über die Schiene abgewickelt. Auf den Haupttrassen in Nordrhein-Westfalen sind bereits heute die Kapazitätsgrenzen fast erreicht. Vor diesem Hintergrund wäre der Rückbau der oberen Ruhrtalbahn äußerst kurzsichtig.“

Wir wollen die durchgehende Zweigleisigkeit auf unserer Ruhrtalbahn! Im Kreistag lehnten die Grünen darum den Kompromiss-Vorschlag des Kreises letztendlich ab, der einen eingleisigen Rückbau bei Ellerinhausen akzeptierte, wenn denn nur Glösinger und Freienohler Tunnel saniert werden. Der Elleringhauser Tunnel ist über einen Kilometer lang, und müsste darum bei der Sanierung eine zweite Röhre bekommen. Letztendlich hätten wir zugestimmt, wenn die Forderungen des Kreises sich sinngemäss auf die Formulierung „auch für Elektrifizierung geeignet“ verständigt hätte; für diese Antragsumformulierung gab es durchaus Zustimmung aus den anderen Fraktionen. CDU-Sprecher Schulte monierte, man hätte diese Änderung schon im Wirtschaftsausschuss anbringen müssen. Das wäre sicher gut gewesen. Da diese Ergänzung auf neuen Informationen basiert, war eine frühere Einbringung der Änderung im Beschlussentwurf im Wirtschaftsausschuss schlicht noch nicht möglich. Der Kreisdirektor Dr. Drahten wird die Forderung „Sanierung bitte gleich für Elektrifizierung ausgelegt“ in weitergehenden Verhandlungen vertreten.

Hier unser Formulierungsvorschlag für Punkt 3. der Kreisvorlage, der leider abgelehnt wurde. Punkt 3 neu: „Einer zunächst eingleisigen Sanierung des Elleringhauser Tunnels wird unter der Vorraussetzung der Schaffung des notwendigen Lichtraumprofils für eine spätere Elektrifizierung der Strecke in allen drei Tunneln zugestimmt.“

Wir müssen uns wehren gegen die Verschlechterung dieser Eisenbahnlinie, wir brauchen eine bessere, nicht weiter kastrierte Verbindung in die Oberzentren.  Wir wollen die Elektrifizierung der Linie, für schnellere und komfortablere Arbeitswege. Das Sauerland ist so lebenswert, wir müssen Verkehrswege attraktiv erhalten, um den Wohnsitz der Menschen zu halten.

Die Tourismusfunktion der ORTB muss nicht erläutert werden. Diese Obere Ruhrtalbahn ist aber außerdem  die alternative West-Ost Verbindung für jeglichen Güterverkehr von den holländischen Seehäfen (Zeebrügge, Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen), die seit Jahren von Holland konsequent ausgebaut werden. Auch dafür muss die Linie offen bleiben. Die Deutsche Bahn verballert Milliarden in Mammutprojekte wie Stuttgart 21, anstatt die flächendeckende Infrastruktur instand zu halten. Das ist inakzeptabel.

P.S.: Dank an die netten beiden Radfahrerinnen, die dieses wunderbare Foto geschossen haben. Wahrscheinlich sind sie auch mit der Bahn zum Beginn des Ruhrtalradweges gefahren; sie kamen frisch von der Quelle und wollten in Arnsberg übernachten.

P.P.S.: Bettina Herlitzius hat für uns eine Anfrage an die Bundesregierung bezüglich der Pläne der DB gestellt, hier die teflonbeschichtete Antwort auf Anfrage Herlitzius – B90-GRÜNE.

 

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