Wassergewinnungsanlage Möhnebogen kann Legionellen herausfiltern

Legionellen (Bild: Wikipedia)Der Legionellenausbruch in Warstein geht offenbar von der dortigen Kläranlage des Ruhrverbandes aus. Von dort gelangten die Keime ins Flusswasser, aus dem es zu Kühlprozessen wieder entnommen wurde. Die eigentliche Infektionswelle begann über die Verteilung durch die Luft mittels einer Klimaanlage. Legionellen sind Bakterien, die sich besonders in stehendem, warmen (> 20° C) Wasser prächtig entwickeln können. Dies geschah offensichtlich in der Kläranlage, die laut Pressemeldung des Ruhrverbandes besonders warmes Industriewasser aufzunehmen hat.
Für das Arnsberger Trinkwasser besteht keinerlei Gefahr, denn seit dem PFT-Skandal haben wir die modernste Wiederaufbereitungsanlage weit und breit, die sogar solche Bakterien rausfiltert. Theoretisch kann ein gesunder Mensch legionellenbelastetes Wasser sogar trinken, gefährlich ist aber das Einatmen von Dämpfen, in denen sich Legionellen befinden. Durch die Aufnahme in der Lunge kommt es zu schlagartigem Fieber, Schüttelfrost und starkem Husten, oft gefolgt von Lungentzündung.

Dass die Warsteiner Kläranlage sich als solche „Ideal-Brutstätte“ entpuppt, überraschte alle Experten. Der Ruhrverband selbst ist ratlos, weil die Anlage seit 20 Jahren auf dieselbe Art betrieben wird, und es keine ekklatanten Temperaturerhöhungen gegeben habe, die zu Legionellen-Wachstum geführt haben könnte (Massenvermehrung geschieht erst ab 25 °C).
Wir haben in der Verwaltung nachgefragt, welche Arnsberger Firmen Möhnewasser entnehmen und damit eventuell Kühlprozesse betreiben. Auch wenn die Anzahl der Legionellen im Verlauf der Möhne abnimmt, könnte theoretisch durch Verdampfung von Möhnewasser auch hier noch ein Bazillus entweichen. Die Gefahr ist aber als sehr gering einzustufen.

Mehr Informationen zu Legionellen:
Wikipedia
Bericht von der Einweihung des Möhnebogens

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