Möhnetalsperrenführung am 18. Mai

Der grüne Ortsverband hatte zu einer Führung durch die Staumauer der Möhnetalsperre geladen, am Samstag, 18. Mai.
Im Vortragsraum des Hauptkraftwerks unterhalb der Staumauer bekamen wir einen einstündigen Vortrag mit filmischen Einlagen, der über Technik der Wassergewinnung, die Geschichte des Bauwerks und natürlich die Bombardierung und ihre schrecklichen Folgen informierte. Die Zuhörer konnten Fragen stellen, und die 30 TeilnehmerInnen zeigten sich beeindruckt von den Ausmaßen und den technischen Basisdaten der Möhnestaumauer.

Danach ging es zu Fuß über die Sperrmauerkrone auf die Nordseite und in den Kontrollstollen, der Ende der 70er Jahre durch den Mauerfuß gezogen wurde und der Überwachung der Mauer dient. Durch die Bruchsteine dringt nämlich Wasser, es ist unentwegt am plätschern in diesem Stollen, aber laut dem Vortragenden, Bernhard Vollmer vom Ruhrverband, ist die Mauer im Vergleich mit anderen Talsperren ihrer Bauart ausgesprochen dicht.
Im Moment ist der Möhnestausee zu gut 93 % gefüllt. Die Trockenheit des Hitzesommers 2018 ist noch nicht vergessen. Der niedrige Wasserstand des

2018: so leer wie seit 40 Jahren nicht

Möhnesees war Gesprächsthema, man fuhr hin, um die Mauerreste von Alt-Delecke oder Kettlersteich zu suchen. Und um sich mit mulmigem Gefühl zu fragen, ob wir solche Dürreperioden jetzt öfter erleben werden. Die Klimakatastrophe verleugnen kann man nur noch mit sehr viel schlechtem Willen.
Dass der See überläuft war zuletzt 2007 zu sehen, ein sowieso seltener Anblick, der vom Ruhrverband gern vermieden wird, denn überlaufendes Wasser geht der Energiegewinnung verloren. Um dem fallenden Wasser Energie zu entziehen, stehen übrigens Steine aus der Mauer, das ist kein Pfusch am Bau, sondern Absicht.
Fragen nach den PFT-Werten im Möhnesee beantwortete Vollmer mit Entwarnung: selbst die Fische seien wieder zum Verzehr frei gegeben. Der PFT-Skandal um perfluorierte Tenside, die illegal im oberen Sauerland auf die Felder gekippt wurden und ins Trinkwasser gerieten, hat zu millionenschweren Investitionen bei der Arnsberger Wassergewinnung geführt, die die BürgerInnen tragen mussten. Wenn in einigen Jahren das Sedimentbecken oberhalb Wamelns ausgebaggert wird (etwa alle 30 Jahre notwendig), wird man wohl eine Menge Sondermüll entsorgen müssen, weil sich die Schadstoffe im Sediment abgelagert haben.

Mehr Informationen über die Talsperre beim Ruhrverband.

Dieser Artikel als Hörversion.

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