Neue Filteranlage am Möhnebogen

Am Möhnebogen wurde heute eine neue Trinkwasseraufbereitungsanlage eingeweiht, die die bisher angemietete, mobile Aktivkohleanlage ersetzen wird. Fünf Jahre nach Bekanntwerden des PFT-Skandals errichten die Stadtwerke damit eine hochmoderne Filteranlage, die nicht nur mit perfluorierten Tensiden, sondern mit einer Vielzahl bakterieller oder chemischer Verunreinigungen fertig wird. Wir sind damit umfassend gerüstet für eine Trinkwasserversorgung auf technisch höchstem Level. Die neue Ultrafiltrationsanlage arbeitet mit stangenförmigen Filtern, um möglichst hohe Oberfläche zu bekommen. Das Wasser wird hindurch gepumpt und geht in einem zweiten Schritt dann durch die Aktivkohleanlage. Alle paar Wochen müssen die Filter gespült werden, ab und zu auch mit Laugen und Säuren von hartnäckigen Verschmutzungen befreit werden.

Die neue Ultrafiltrationsanlage arbeitet mit stangenförmigen Filtern, um möglichst hohe Oberfläche zu bekommen. Das Wasser wird hindurch gepumpt und geht in einem zweiten Schritt dann durch die Aktivkohleanlage. Alle paar Wochen müssen die Filter gespült werden, ab und zu auch mit Laugen und Säuren von hartnäckigen Verschmutzungen befreit werden. Die Aktivkohle wird bei einem bestimmten  Sättigungsgrad ausgetauscht und hitzerecycled, wodurch etwa 10 % verloren gehen.
Das System arbeitet in der Regel völlig automatisch und störungsfrei; diese Anlagen sind nicht mehr in der Versuchsphase, sondern seit vielen Jahren ausgereift. Was die Stadtwerke mit den Gebühren aller BürgerInnen finanziert haben, ist eine Investition in die Zukunft, die ohne die kriminellen Machenschaften eines Umweltverbrechers nicht notwendig gewesen wäre. Das Möhnewasser war immer von guter Qualität, und das Ruhrwasser durch die Nähe zum Quellgebiet ist in den letzten 20 Jahren ebenfalls wieder sauber geworden, nachdem die Industrie über die Jahre immer strengere Auflagen bekam.

Was bleibt, ist die Wut über die Skrupellosigkeit eines Wirtschaftskriminellen, der Gewinnmaximierung auf Kosten der Gesundheit tausender Menschen betrieben hat, und dem dieser Tage der Prozess gemacht wird. Wie perfide sich dieser „Geschäftsmann“ und seine Helfershelfer um geltende Regeln herumlaviert haben, ist auf der Seite anstageslicht.de recht umfassend dokumentiert worden. Hier ist der der ganze „politische Werdegang“ der PFT-Verseuchung dokumentiert worden. Alle Einträge zu PFT unter www.gruene-arnsberg.de sind hier erfasst.

Wir werden auch in Zukunft immer wieder mit Verschmutzungen in Flüssen, Meer- und Grundwasser zu tun bekommen. Tonnen von Altlasten wurden von vorhergehenden Generationen in sorglosester Art und Weise „entsorgt“, aus den Augen, aus dem Sinn, und stellen langsam durchrostende Zeitbomben dar. Aber auch ohne diese unschönen Erbschaften befindet sich eine bedenkliche Chemikalienfracht in unseren Flüssen, die bei der Trinkwasserbereitung Probleme bereitet, selbst im grünen Sauerland.

Perfluorierte Tenside werden bis heute in die Flüsse emittiert. Der gefährlichste der Stoffe (es sind 12), Perfluoroctansulfonat, wurde 2008 auf EU-Ebene verboten, aber wird uns durch seine Beständigkeit noch lange verfolgen. Weichmacher, Medikamentenrückstände, Pestizidreste und vieles mehr sind im Wasser und müssen wieder raus. Die neue Filteranlage am Möhnebogen wird dafür sorgen, dass unser wichtigstes Lebensmittel auch in Zukunft von bester Qualität ist.

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