Recyclingpapier mit dem Blauen Engel fürs Rathaus

10.01.2008 Konsequente Anwendung von Recyclingpapier: die Quote ging seit Jahren zurück, laut Verwaltung wird nur noch gut ein Drittel des Papierbedarfes mit Recycling-Papier gedeckt. Unser Antrag zielt auf 100 %, und die Verwendung von Papier mit dem Blauen Engel.
Hier der Antrag Recyclingpapier

Antwort: wenn die technischen Vorraussetzungen geschaffen sind (neue Drucker) soll in wenigen Wochen Papier mit dem Blauen Engel angeschafft werden.
Es hat zwar de facto noch etwas länger gedauert, aber inzwischen liegt an allen Druckern im Rathaus Blauer-Engel-Papier, ein kleiner, aber durchaus wichtiger Beitrag für vernünftigen Ressourcenverbrauch.

 

Antwort:
Sehr geehrter Herr Wulf,
vielen Dank für Ihren Antrag vom 10. Januar 2008 – Beschaffung von Recyclingpapier für alle verwaltungsintern genutzten Kopiergeräte und Drucker.
In der Vergangenheit wurde mehrfach die Erfahrung gemacht, dass die Verwendung von Recyclingpapier auf den derzeit in Betrieb befindlichen Geräten Probleme mit sich bringt.

Mit Austausch der alten Drucker und Kopierer werden in wenigen Wochen moderne Geräte zur Verfügung stehen, auf denen hochwertige Recyclingpapiere einwandfrei laufen.
Wenn diese technischen Voraussetzungen geschaffen sind, werden wir gerne für verwaltungsintern genutzte Drucker und Kopierer Recyclingpapier mit dem Prüfsiegel „Blauer Engel‘ beschaffen und einsetzen.
Bitte teilen Sie mir mit, ob Ihr Antrag hiermit erledigt ist oder ob eine weitere Behandlung im Rat erfolgen soll.

Biotonne für Arnsberg

Schon im August 2005  stellten wir den Antrag, in Arnsberg die Biotonne einzuführen. Die Verwaltung legte nach einigem Hin und Her  zur Ratssitzung im September 2007  endlich eine Drucksache zum Thema vor, die zur Ablehnung unseres Antrages auffordert. Dabei kann jeder Bürger sparen, indem er das Gewicht seiner Tonne deutlich reduziert (wie es Eigenkompostierer selbstverständlich tun). Viel wichtiger aber ist die enorme Wassermenge des Arnsberger Müllgemisches, die verdampft werden muß und dabei hohen Energieeinsatz erfordert. Mit dem ab 01.06.2005 geltenden neuen Abfallverordnung muss eine thermische Vorbehandlung des Hausmülls erfolgen. Je höher der Anteil organischen Materials im Müll ist, desto aufwändiger ist die Entsorgung.
Hier der Antrag Biotonne
Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Das Hauptargument lautete: bloss nicht noch eine Tonne, wohin damit?! Keine zukunftsweisende Argumentation, aber so scheinen die Prioritäten nun mal zu sein. Wir werden das Thema wieder aufgreifen.

Brand im AKW Krümmel

01.07.07  Seit zwei Tagen Brand im Vattenfall AKW Krümmel und Brunsbüttel. In Brunsbüttel scheint man gelöscht zu haben, aber in Krümmel geht Merkwürdiges vor sich. Um Mitternacht kommt die Meldung, man habe „einen Brandherd noch nicht erreichen können“. Das hört sich aber nicht schön an. Das Ding lässt sich nicht mehr löschen? Nennt man das nicht einen GAU? Die Meldung kommt nur dieses eine Mal, aber zwei Tage später meldet Vattenfall Pannen bei der Abschaltung und „versehentlich gelöschte Daten“ des Störfalls. Da haben wir wohl mal wieder ganz schön Glück gehabt.

Baumschutz klein geschrieben

25.06.2007  Unser Antrag auf Erweiterung des Gestaltungsbeirates um Mitglieder aller Fraktionen, um besondere Bäume nicht ohne Beratung zu fällen, wurde im Planungsausschuss abgelehnt. Das sei „Geschäft der laufenden Verwaltung“, und die Ausschüsse würden generell bei größeren Rodungsmaßnahmen beteiligt, war die Stellungnahme. Wir haben andere Erfahrungen gemacht, und es sind auch nicht immer „größere Rodungsmaßnahmen“, die stadtbildprägenden Bäumen den Kragen kosten. Aber es zeigt wieder einmal, wie gern in Arnsberg die parlamentarische Beteiligung gesehen wird: gar nicht!

Hier der Antrag Baumschutzkommission

Anfrage an den Ruhrverband: Welche Stoffe sind in der Ruhr?

28.03.2007 Was für Stoffe sind im Flußwasser neben TOSU und PFT? Welche Industriebetriebe in der Stadt könnten ebensolche Probleme bekommen wie Perstorp, die per Eilverfügung Betriebsstillegung zu befürchten hatten?

Hier die Anfrage: Anfrage Ruhrverband Stoffliste

Die Antwort war ernüchternd:
… müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass die aufwändigen Bestimmungen von organischen Spurenstoffen in Abwässern (Kläranlagenzu- und —Abläufen) von uns nicht routinemäßig durchgeführt werden. Insofern können wir Ihnen mit Ausnahme einiger phos­phororganischer Flammschutzmittel keine diesebzüglichen Untersuchungsbefunde zur Ver­fügung stellen.

Es ist ein grundsätzliches Problem der Trinkwasserversorgung an der Ruhr, dass der Ruhrverband als Betreiber der Kläranlagen viele bedenkliche Stoffe einfach durch die Kläranlagen wieder in den Fluss entlässt. Das Problem bleibt bei den Trinkwasseraufbereitern hängen, die ihre Anlagen (auf Kosten der BürgerInnen) immer aufwändiger ausbauen müssen, um den ganzen Dreck noch rausfiltern zu können.

Mühlenstraße in Arnsberg für Radler freigeben

Mühlenstraße in Arnsberg für Radler freigeben! Das ist sinnvoll zur Unterstützung der Verbindungen von der Altstadt zum Ruhrtalradweg, und verringert die Gefahren, denen Radler auf der Königsstraße ausgesetzt sind. Faktisch nutzen sowieso viele ortskundige RadfahrerInnen die Mühlenstraße in beide Richtungen, aus genau diesen Gründen. Eine Öffnung ist einfach bürgerfreundlich. => Der Antrag wurde inzwischen im allgemeinen Radfahrer-Förderkonzept aufgenommen und umgesetzt.

Kyrillschäden als Plakatausstellung

Der schlimmste Sturm, der das Sauerland nach „Lothar“ 1999 heimsuchte, hiess „Kyrill“. Am 18. Januar 2007 brach der Orkan über NRW los, und dank der wirklich ernst vorgetragenen Warnungen der Metereologen hatte sich die Bevölkerung in sichere Innenräume zurückgezogen, sonst hätte Kyrill sicher mehr Menschen das Leben gekostet. Aber etliche Waldarbeiter starben und sterben noch Monate später bei den hochgefährlichen Aufräumarbeiten in den mikadoartig zusammengefallenen Beständen.

Wir nahmen die furchtbaren Bilder zum Anlass einer drastischen Plakatausstellung.

Strommultis bremsen beim Netzausbau

07.11.06 Europa hat Stromausfall, und schuld hat natürlich sofort die böse, böse Windkraft, die zu viel Strom eingespeist habe. Dabei war der Tag gar nicht besonders windig, nein, die Strommultis möchten nur nicht gern zugeben, dass sie statt der eingenommenen 20 Milliarden für „Netzausbau“ zu diesem Zweck immer nur 2,5 Milliarden wieder ausgeben. Darum brach die Versorgung nach Abschaltung einer wichtigen Versorgungsleitung über die Ems eben zusammen, Dominoeffekt. Die CDU in Person Christa Thobens fordert nun als erstes, Windbauern müßten nun ihren Strom selber speichern. Solche Speicher gibt es aber bisher nur als Forschungsprojekt in Italien. Schade eigentlich, für solche Projekte gehen ehrgeizige Wissenschaftler auch gern ins Ausland, weil dafür die Nobelpreise vergeben werden...

Täglich neues Gammelfleisch

15.09.06 Gammelfleisch – täglich wird eine neue Charge grün-schillernder Köstlichkeiten in einem Kühlhaus ausgegraben, man fragt sich, wieso auf einmal so eine Welle losbricht… Man hat nie richtig nachgesehen. Eine Studie über die Kontrolltätigkeit der Bundesländer sieht NRW auf dem letzten Platz, mit 14 von 64 Punkten. Sachsen liegt auf dem ersten Platz mit 48 Punkten.

Veröffentlicht in der TAZ, wie auch dieser Artikel: Gutes Fleisch hat seinen Preis.

PFT im Sauerland

Perfluorierte organische Tenside – ein Giftskandal zieht weite Kreise

Diese Seite informiert über den PFT-Skandal im Sauerland von Anfang (Juni 2006) an. Neueste Meldungen stehen obenan.

22.11.2017 In Bayern gehen die Uhren anders. Vor ein paar Tagen haben die Menschen in Kastl erfahren, dass sie seit Jahren PFOA in erhöhter Menge im Trinkwasser haben. Die Behörden fanden das aber gar nicht so schlimm. Erst jetzt plant man die Trinkwasseranlagen aufzurüsten, um Grenzwerte einzuhalten. Die Trinkwasserkommission des Bundes hat vor kurzem den Trinkwasser-Richtwert von 0,3 auf 0,1 Mikrogramm pro Liter gesenkt.

18.04.2010 Eine von uns geforderte Nachuntersuchung der Quelle im Seufzertal brachte einigermaßen beruhigende Ergebnisse: Während 2009 noch rund 130 Nanogramm einer PFT-Verbindung gefunden wurden, sank der Wert in der Zwischenzeit auf unter 10 Nanogramm. Dieser Wert liegt bei einem Dreissigstel der Menge, die die Trinkwasserkommission für Trinkwasser als duldbar erachtet hat.

16.05.09 Seit März 2009 ist die besonders giftige Schwefelvariante der PFT-Reihe, Perfluoroktansulfonat PFOS, von der EU verboten worden. Daraufhin haben wir den Antrag gestellt, die mit PFT belasteten Flächen ins Altlastenkataster aufzunehmen, da im Augenblick eh der Flächennutzungsplan für Arnsberg neu erstellt wird. Drei Jahre nach Bekanntwerden der Verseuchung sind die BürgerInnen im Sauerland immer noch im Ungewissen, ob in der Weihnachtsbaumplantage am Hang über ihren Gärten PFT liegt. Bauer und „Umweltminister“ Uhlenberg verweigert allen Informationsgesetzen zum Trotz weiterhin die Bekanntgabe aller Flächen.

14.05.09 Immer noch ist die Quelle der PFT-Belastung im Seufzertal nicht ermittelt. Nachfragen unsererseits, auch nach Flächen eines bekannten PFT-Baumschulbetreibers im Stadtgebiet, werden von der Verwaltung abgewehrt mit „wir sind nicht zuständig“ Der Hochsauerlandkreis äußert sich mit „wir kennen keine Flächen“, Uhlenberg in Düsseldorf hält die Verdachtsflächen geheim. Das übliche 3-Affen-Spiel. Der Kreis stellt sich zudem auf den Standpunkt, die Quelle im Seufzertal sei keine Trinkwasserquelle, damit sei man auch in keinerlei Verantwortung. Juristisch gesehen ist das auch vertretbar, eine Vorsorgepflicht dem Bürger gegenüber ist allerdings nicht zu erkennen. Die Quelle ist seit Generationen als Trink- und Heilwasser beliebt.

15.09.08 Die Seufzertalquelle ist mit PFT belastet. Vor über einem Jahr stellten wir die Anfrage nach einer Untersuchung dieser und anderer Quellen im Stadtgebiet, wo sich BürgerInnen selbst Wasser zapfen, weil es gut schmeckt. Dass die Quelle im Seufzertal nun durch PFT auffällt, damit hatte allerdings niemand gerechnet. Es gibt keine bekannte Ausbringung des verseuchten Bodengemisches in der Nähe.
Da es sich bei dem gefundenen Stoff (mit etwa 130 Nanogramm pro Liter) um den kurzkettigen PFT-Ableger Perfluorbutanat handelt, vermutet man eine mögliche Herkunft vom lange stillgelegten Truppenübungsplatz oberhalb Müschedes. Da liegt aber ein tiefer Geländeeinschnitt unterhalb Kapune zwischen, wo das Wasser zur Quelle eigentlich wieder aufwärts steigen müsste. Jetzt müssen Bodenproben von verschiedenen Verdachtsflächen, u.a. auch die Weihnachtsbaumkulturen oberhalb Müschedes, gezogen werden.
Die Löckequelle im Stadtbruch ist wegen stark erhöhter Werte an coliformen Keimen gesperrt.

27.06.08. Ein öffentlich zugängliches Abwasserkataster forderte Johannes Remmel, Sprecher für Umwelt- und Verbraucherschutz der Landesgrünen, am Freitag auf einer Pressekonferenz an der Möhnemündung.Seit über zwei Jahren wisse man um den Auftrag des Düngegemisches mit den Chemikalien, und noch immer verweigere der „Umweltminister“ Uhlenberg die Veröffentlichung der Flächen, die mit PFT beaufschlagt wurden. Auch der Ruhrverband stehe in der Verantwortung, der bis 2003 seine Klärschlämme (mit PFT belastet) auf die verbandseigenen Flächen aufgebracht hat.

17.04.08 Wieviel Chemie haben wir im Fluß? Nach dem PFT-Skandal kommen nun immer stärker Überlegungen zum Tragen, dass die Gewinnung von Trinkwasser aus der Ruhr durch die Vielzahl der vorhandenen Industriechemikalien gefährdet sein könnte. Wieviel PFT, TOSU, Kontrastmittel, Hormone, Flammschutzchemikalien, Komplexbildner, Schwermetalle, Düngemittel und Pestizide gehen durch die Kläranlagen des Ruhrverbandes durch, ohne geklärt zu werden? Schon das MUNLV unter Bärbel Höhn hat sich jahrelang mit dem Ruhrverband gestritten um eine bessere Klärleistung. Schließlich geht es hier um eine Zwangsmitgliedschaft. wer sein Abwasser beim RV abgibt, muß es entweder schon in einem Zustand abgeben, den die Kläranlage bewältigt, oder der RV muß seine Kläranlagen aufrüsten, um die Vielzahl der diffusen Einträge aus der Gesamtkanalisation heraus zu filtern. Beides wird nötig sein!

14.04.08 Das Bruchhausener Chemieunternehmen Perstorp mußte kurzfristig sogar die Produktion stilllegen, weil die Firma den Stoff TOSU nicht aus dem Abwasser entfernen kann. Selbst die modernste Wasseraufbereitung in Mühlheim schafft dies nicht. Eine mobile Umkehrosmoseanlage soll das Abwasser nun klären. In Vosswinkel und Bachum, wo eine Versorgung durch Gelsenwasser geschieht, soll nach Aussage des Bürgermeisters schnellstmöglich eine Versorgungsleitung zu den eigenen Trinkwasseraufbereitungsanlagen gelegt werden. Die Einleitmenge von Perstorp liegt bei 42 Milligramm, zur Einhaltung des Grenzwertes wäre eine Reduzierung auf 1,2 Milligramm erforderlich. Die Trinkwasserkommission weist darauf hin, dass der Stoff mangels vorliegender Daten nicht toxikologisch bewertet werden kann. Chemisch-strukturelle Analysen legen nahe, dass der Stoff nicht gentoxisch ist und im Säugerstoffwechsel auch nicht zu einem gentoxischen Stoff aktiviert werden kann. Im Gegensatz zu PFT. Dieses wird immer noch von 9 Industriebetrieben im HSK verwendet und eingeleitet, das Umweltministerium verweigert die Veröffentlichung genauer Daten.
Auch für weitere Stoffe hat die Trinkwasserkommission aktuelle Bewertungen bekannt gegeben. Röntgenkontrastmittel, Pharmaka wie Diclofenac, Carbamazepin, Komplexbildner aus der Papierindustrie. In Ruhr und Möhne schwimmt ein Chemikalienmix, dessen Zusammensetzung zwar aus Einzelstoffen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte besteht, aber durch die Vielzahl der Stoffe höchst bedenklich erscheint.

10.04.08 In einer turbulenten Sitzung des Umweltausschusses mußte sich Minister Uhlenberg „politische Dusseligkeit“ für seine geschönten Klärwerkswerte vorwerfen lassen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass eine weitere Chemikalie durch die Ruhr fließt, die nun als problematisch erkannt wurde. Im März wurde ein Grenzwert von 0,3 Mikrogramm pro Liter festgelegt, dieser Wert sei allerdings überschritten. Der Stoff heißt Tetraoxaspiro[5,5]undecan (kurz TOSU) und wird von Perstorp (ehemals DEGUSSA) in Bruchhausen eingeleitet, nach Eigenauskunft schon seit über 60 Jahren und mit behördlicher Genehmigung. Ein Komplexbildner, wie aus Düsseldorf verlautet, sei der Stoff nach unseren Recherchen allerdings nicht.Komplexbildner „maskieren“ die unerwünschten Eigenschaften von Metallionen, dadurch sind diese Metalle bei der Abwasservorbehandlung nur aufwendig wieder abzuspalten. Die Stoffe, die zur Abspaltung benutzt werden, machen den Kläranlagen wiederum massive Probleme. TOSU sei dagegen ein Acetal des Formaldehyds mit einem Pentaerythrit. Zu Acetal allgemein weiß Wikipedia was.

08.04.08 Eine von Minister Uhlenberg geforderte Gegendarstellung für die Behauptung der Presse (Welt am Sonntag), er habe Daten geschönt, wurde zum Eigentor: Stimmt, sagte die Richterin. Nun sieht sich Uhlenberg peinlichen Fragen ausgesetzt, denn der Ruhrverband, der ihm die falschen Werte untergejubelt hat, wurde bisher von Uhlenberg als Musterknabe der PFT-Beseitigung dargestellt.

03.04.08 Die Ende 2007 beschlossene EU-Richtlinie zum Einsatz perfluorierter Tenside hat zumindest den Einsatz von PFOS (Perfluoroctansulfonate) deutlich beschränkt. Die Richtlinie ist hier nachzulesen. Viele Verwendungsbereiche (Galvanik, Textilherstellung, Feuerlöscher) müssen PFOS nun mit anderen Stoffen ersetzen. Für PFOA sollen baldmöglich ähnliche Risikoabschätzungen erstellt werden mit dem Ziel des Verbotes.

22.01.08 Dass in den meisten Kläranlagen nicht viel geklärt wird, wurde schon von Bärbel Höhn deutlich gesagt. Eine Untersuchung aller Kläranlagen in NRW brachte ans Licht, dass etliche gefährliche Stoffe aus dem Abwasser nicht eliminiert würden. Da gibt es Röntgenkontrastmittel, Weichmacher, Flammschutzmittel, Phtalate, Hormone, Medikamentenrückstände… und seit einiger Zeit weiß man eben auch um perfluorierte Tenside. Die Ausbringung als Dünger war kriminell, keine Frage. Wie soll man es aber nennen, wenn Kläranlagenbetreiber wie der Ruhrverband ihrer Abwasserreinigungspflicht nur ungenügend nachkommen, aber üppige Gebühren für die Reinigungsleistung verlangt? Eine Anfrage der grünen Fraktion Arnsberg zu den kritischen Stoffen, die in den Klärwerken Probleme bereiten, wird nicht beantwortet. Es wird seine Gründe haben, wie man nach der aktuellen Berichterstattung vermuten darf.

20.12.07 Nachdem sich herausstellte, dass die Wasserwerke Westfalen sowie die Gelsenwasser AG über Monate die Filterung mit Aktivkohle abgestellt hatten, mit dem Argument, man sei schließlich unterm Leitwert von 300 Nanogramm, wurde selbst Minister Uhlenberg (dem eine Engelsgeduld mit den wasserversorgern nachgesagt werden kann) ein wenig unmutig. ein solches Vorgehen entspricht nicht im Geringsten den vollmundigen Selbstverpflichtungen der „Arnsberger Vereinbarung“. Die Landesgrünen haben daraufhin für sämtliche Wasserwerke eine Anfrage nach den bisher erfolgten Sanierungsmaßnahmen gestellt (hier für Echthausen).

08.09.07 Ergebnisse der Arnsberger Blutuntersuchungen (PDF)

21.10.06 Fazit nach etwa einem halben Jahr PFT: wir sind mit einer kriminellen Giftmüllentsorgung eines chemischen Stoffgruppe konfrontiert, die auf EU-Ebene gerade verboten wurde. Die Ausbringungsflachen sind halbwegs bekannt (700 bis 1000 Äcker von ca. 70 Bauern), bis dato ist erst ein Bruchteil beprobt auf PFT, angeblich wegen mangelnder Laborkapazitäten.
Der Verursacher, zumindest einer der drei beteiligten (insgesamt vier) Brüder Witteler, sitzt in Haft, zunächst wegen Steuerhinterziehung (hat bei Al Capone auch geklappt). Es gab einen Einzelbauern, der für die Verteilung der „Bodenhilfsstoffe“ gesorgt hat. Diese Bezeichnung wurde vom NRW-Umweltministerium MUNLV allerdings auf Anfrage der zuständigen Behörden in Soest bereits vor Jahren (noch unter RotGrün) zurückgewiesen. Der Stoff TerraTop oder TerraFarm oder TerraAktiv (die Firma wechselte den Namen offenbar, sobald die Behörden aufmerksam wurden) sei kein Bodenhifsstoff. Die Soester Behörden mußten (offenbar widerwillig, denn es bestand ein offensives Interesse der GW Umwelt an der Verteilung weit über die gesetzliche Mengenbeschränkung hinaus) weiter ein Ausbringungskataster führen. Gott sei Dank, sonst wüßten wir heute gar nicht, wo das Zeug überall herumliegt.
Aber immerhin erwirkten die Bauern eine Lagerungs-Ausnahmegenehmigungs für etliche hundert Tonnen. Diese „Reste“ wurden gerade in Werdohl verbrannt. Kosten? Zahler?

Es gibt eidesstattliche Aussagen über eine Ausbringung der beteiligten Bauern weit über die gesetzlichen Grenzen hinaus. Es gibt eidessstattliche Aussagen über Zahlungen der Verursacherfirma an Landwirte, bisher nur über Tonnen-Summen, die ein wenig auffällig über den Zahlungen für Klärschlamm-Ausbringung liegen. Zahlungen von 300 bis 900 Euro pro Tonne sind aber wahrscheinlicher. Jede beeidete Aussage ist wichtig. Die strafrechtliche Relevanz aller Erkenntnisse prüft die Staatsanwaltschaft Paderborn.
Auf EU-Ebene gibt es zumindest positive Signale für PFT-Verbot, auch wenn offensichtlich aus SPD-Kreisen Lobbyarbeit für Ausnahmen betrieben wurde, um Auto-Zulieferer im Sauerland zu schützen, die PFTs benutzen (Hallo Franz?).
Wir werden mit dieser kriminellen Tat fertig werden müssen. Die Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus werden spürbar sein. Angelläden am Möhnesee? Badetourismus? PFT muß raus aus der Möhne!

Wir lehnen darum eine „Problemlösung à la Uhlenberg“ ab, die eine Drainage der massiv verseuchten Flächen vorschlägt. Wir sehen dies nicht als ausreichende Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung an, sondern als kostendiktiertes Verfahren. Eine Verzögerung durch gerichtliche Hakenschläge des kriminellen Entsorgers darf nicht beseuten, dass einfach gar nichts geschieht. Das Land ist in der Pflicht, Gefahren von der Bevölkerung abzuwenden. Diese Einsicht ist offenbar inzwischen auch im MUNLV gereift, am 21.10. gibt Uhlenberg einen Vorschuss von 1 Mio. Euro zur Sanierung frei. Damit kann nur eine Drainage der Fläche erfolgen, aber immerhin geschieht schon einmal etwas.

15.09.06 Vor Möhnefisch wird gewarnt, vergiftet durch PFT. Das weiss das Ministerium Uhlenberg schon ein wenig länger als man zugeben möchte, es gab „Kommunikationsprobleme“.
Der hochbelastete Acker in Brilon-Scharfenberg (> 6000 Nanogramm PFT) soll drainiert und der Ablauf gefiltert werden. Bodenabtrag wird von Uhlenberg ausgeschlossen. Wer soll es auch bezahlen, es tauchen ja auch immer noch mehr Flächen auf. Sind die Landwirte, die offensichtlich Geld für die Ausbringung bekommen haben, nicht schadensersatzpflichtig? Natürlich nicht. Uhlenberg wird als nächstes die Frage der Entschädigung wahrscheinlich zuallererst für die Bauern stellen, erste entsprechende Pressestimmen sollen schon gehört worden sein. Der Minister ist selber Landwirt, sein Wahlkreis liegt mitten im PFT-Gebiet… was erwartet man da?

14.09.06 Der BUND hat Anzeige gegen zwei Firmen in Rüthen und Paderborn erstattet. Auch den Behörden werden in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe gemacht, trotz etlicher Beschwerden über die Massenausbringung der „Bodenhilfsstoffe“ nicht eingeschritten zu sein. Näheres beim BUND…

Die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr weist unterdessen den Vorwurf der GRÜNEN von veralteter Technik bei der Trinkwasseraufbereitung zurück. Hansjörg Sander, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, erklärte am Schwerter Wasserwerk, man hätte dort schon 1989 einen Aktivkohlefilter eingesetzt, er sei jedoch nicht aktiviert worden… man habe ja nichts von PFT gewußt. Diese Äußerung spricht wohl für sich selbst. Die Kreisverbände Soest und HSK haben inzwischen eine gemeinsame Resolution an den Umweltminister verabschiedet und fordern Trinkwasser, das diesen Namen verdient. Download…

11.09.06Die Meldungen von Bodenwerten über 6 Mikrogramm auf einem 3 Hektar großen Acker bei Brilon-Scharfenberg erklären einen Großteil der PFT-Belastung in der Möhne. Die Kreisverbände Soest und HSK haben bereits Anfang September in einer gemeinsame Resolution die Direktfilterung des Bachwassers an dieser Stelle gefordert, um den Gifteintrag bereits vor der Möhne zu stoppen. Hier zur Resolution

Es besteht der dringende Verdacht der illegalen Entsorgung von Industrieabfällen, die Spur führt nach Belgien zum Chemiekonzern DuPont, der bereits in den USA unangenehm aufgefallen ist für den sorglosen Umgang mit PFT-Schäden bei den eigenen ArbeiterInnen.

10.08.06 Sicher ist man zwar inzwischen nur über die Herkunft der Belastung aus dem Produkt „Terrafarm“ des Borchener Erdenmischwerkes GW Umwelt, aber die einzelnen Komponenten dieses „Bodenhilfsstoffes“ wurden restlos aufgebraucht, so dass die Ermittlung schwierig ist. Die GW Umwelt bewegt sich in rechtlicher Grauzone mit ihrem Standpunkt,  Terrafarm sei kein Dünger (sonst gälte die Düngemittelverordnung), kein Klärschlamm (sonst gälte die Klärschlammverordnung) sondern ein  Bodenhilfsstoff aus Kalk und anderen Beimengungen, der kostenlos ausgebracht wurde und so den Bauern die Düngung (z.B. von Weihnachtsbaumkulturen) ersparte. In der Presse wurde bereits der Verdacht geäußert, die Firma habe alte Feuerlöscher entsorgt. Darin ist PFT und auch Ammoniak, der als Dünger taugt. Bereits 2002 warnte das Landwirtschaftliche Wochenblatt vor der Firma und ihren Produkten, deren Werte auf dem Feld anders seien als auf der Verpackung angegeben. Es wurden sogar Ermittlungen aufgenommen, über deren Verlauf im Moment aber noch keine Kenntnisse vorliegen.

Artikel im LWB aus 2002 (1,7 MB)
Artikel im LWB aus 2006 (0,6 MB)

04.07.06 Immer noch nicht sicher ist man sich über die Quelle des Giftes, auch wenn der Dünger eines Borchener Unternehmens als stark verdächtig gilt. Nach den Richtlinien für die Düngemittelherstellung könne der Stoff eigentlich nicht auftreten.
Wie auch immer, der Einbau von Aktivkohlefiltern ist ein richtiger und wichtiger Schritt, den unsere Stadtwerke unternehmen, und der rund 150.000 Euro kosten wird. Die großen Verbände an der Ruhr, Gelsenwasser und Ruhrverband, sind weniger willig, ihrer Vorsorgepflicht genüge zu tun. An der ganzen Ruhr wird Trinkwasser aus historischen Entwicklungen heraus immer noch zum größten Teil aus Oberflächenwasser gewonnen. Die Filteranlagen sind ungenügend, um Stoffe wie PFT, aber auch Antibiotika und andere medizinische Rückstände zu eliminieren. Wenn alle Kläranlagen (aus deren Überlauf bis zu 40 % des Vosswinkeler und Bachumer Wassers zusammengmixt wird) in dem Zustand wären wie die Ruhranlagen, würde NRW nach EU-Kriterien durchfallen.

23.06.06 Nachdem klar ist, dass PFT in der gefundenen Konzentration für Säuglinge und stillende Mütter zu gefährlich ist, melden sich immer mehr besorgte Bürger bei uns und den Behörden, die sich fragen, ob es denn dann nicht auch für Erwachsene ratsamer wäre, Mineralwasser zu trinken. Die Hotline des Kreises (Telefon 0291/ 94-2200) nimmt solche Fragen gern entgegen und gibt beruhigende Auskunft. Wer es nicht glauben mag, dem empfehlen wir weiterhin, sich lieber kanisterweise im Stadtteil Arnsberg sein Trinkwasser zu besorgen, wo die Belastung wesentlich geringer ist.
Derweil haben wir den Antrag gestellt, so schnell wie möglich das Leitungsnetz mit Arnsberg zu verbinden. Betroffen sind die Stadtteile Neheim, Hüsten, Herdringen, Bruchhausen und
Holzen.

Wer sich genauer informieren möchte, dem haben wir verschiedene Informationsschriften online gestellt:
Eine PFT-Bewertung des österreichischen Umweltbundesamtes
Die Stellungnahme der Trinkwasserkommission
Unser Fragenkatalog an Uhlenberg (über die Landesgrünen gestellt)

Die FAQ Seite des HSK zu PFT

16.06.06 Die neuen Entwicklungen bezüglich der Herkunft der Stoffe lassen eine Belastung befürchten, die sich über mehrere Jahre angesammelt hat. Download der Pressemitteilung

14.06.06 Besorgniserregende Werte von perfluorierten Tensiden entdeckten die Behörden, aber es bestehe „keine akute Gefahr“. Dass aber keine Gefährdung besteht, will man nicht so recht ausschliessen. Nach unseren Recherchen wäre das auch unverantwortlich. Wir raten wegen der Anreicherung der Stoffe im Körper bis auf weiteres dazu, kein Möhne-Trinkwasser zu verwenden. Download der Pressemitteilung