Rege Diskussion zu Hängebrücke und Sportbahnhof

Das Thema Hängebrücke interessierte viele ArnsbergerInnen

Unserer Einladung zum offenen Meinungsaustausch über aktuelle Themen in AltArnsberg waren fast 40 Menschen gefolgt. Besonders das Thema Hängebrücke interessiert, und polarisiert auch. Heinz Hahn vom Verkehrsverein Arnsberg stellte die Überlegungen und bisherigen Ergebnisse in der Versammlung vor. Ein kürzlich stattgefundenes Gespräch beim Bürgermeister hatte zum Ergebnis, dass die Brücke in einem künftigen Schlossberg-Konzept eingehen wird, wenn die Machbarkeit nachgewiesen ist (bezüglich Standort, Verankerung, Umweltverträglichkeit etc.).

 

Gerade dieser Machbarkeitsbeleg müsste aber bereits durch eine Studie nachgewiesen werden, die es nicht umsonst gibt. Der (bisher anonyme) Arnsberger Investor ist dazu offenbar nicht bereit. Die Stadt kann solche freiwilligen Ausgaben auch nicht ohne weiteres tätigen.

Dazu kommt eine durchaus zwiespältig Einstellung zum Projekt in der Arnsberger Bevölkerung: das schöne Ruhrtal würde zerstört, Muffrika überdacht, die Brücke wäre eine von vielen und vielleicht bald nicht mehr interessant, sind ein Ausschnitt aus den vorgebrachten Bedenken der Anwesenden.
Die Befürworter sehen die großen Chancen durch die touristische Aufwertung der Stadt, ein besonderes Highlight auf dem ersten Wegstück des Ruhrtalradweges, das mehr Übernachtungen generieren wird. Eine Trassenführung über bewohntem Gebiet schloss Heinz Hahn aus: man müsse vielleicht mit einem Zwischenpfeiler an der Jägerbrücke arbeiten und damit die Bebauung weitgehend meiden.
Was schlussendlich für einen pessimistischen Unterton sorgte, war die Feststellung von Hans Wulf, es sei doch schwierig sich die Finanzierung vorzustellen ohne den Investor zu kennen, und bei Projektideen mit solcher Vorraussetzung sei die Umsetzung nach seiner Erfahrung ungewiss.

Der TV Arnsberg stellt anschließend noch einmal seine Pläne zum „Sportbahnhof“ vor. Weiterhin ist die Finanzierung nicht gesichert, weil ein 15-20%iger Anteil an den 2,6 bis 3 Millionen Euro Gesamtkosten als Eigenkapital vorgelegt werden muss, und man ist erst bei 70 TEUR bisher. Die anwesenden Vorstandsmitglieder Udo Jacobi, Stefan Helnerus und Herbert Gillert stellten die Zukunftsaussichten des Projekts glänzend da; von allen Sportvereinen, die bereits ein solches eigenbetriebenes Zentrum bewirtschaften, habe noch keiner „Schiffbruch“ erlitten. Dennoch sieht die Hausbank des Vereins den Businessplan als nicht erfolgversprechend genug für Arnsberg, es sei kein ausreichendes Potential vorhanden.  Einen Investor ins Boot zu holen sieht der Vorstand als schwierig an; man müsse weiter Verein sein können und ohne Gewinnerzielungsabsicht, das wird bei einem Investor natürlich wenig Begeisterung wecken. Der Verein will sich weiter auf die Einsammlung von Spenden und Sponsorenwerbung konzentrieren und den Eigenanteil damit kontinuierlich erweitern. Auch Crowdfunding werde als Finanzierungsmöglichkeit weiter im Auge behalten.

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