Röhrtal braucht beides: Radweg und Bahnverbindung

Röhrtalbahn auf Wartestellung

Röhrtalbahn in Hüsten: Gut in Schuss!

Ein Antrag der CDU und WiSu Sundern sorgt für Wirbel: Man solle doch die Bahntrasse „umwidmen“ und einen Radweg darauf bauen. Keine ganz neue Idee… und ein wenig verwunderlich, weil es die Sunderner CDU war, die sich 2010 unter Bürgermeister Wolf noch für eine neue Potentialanalyse stark gemacht hatte. Diese war im Kreistag dann auch beschlossen worden, hatte einen guten Wirtschaftlichkeitsfaktor ergeben und damit zur Anmeldung für den ÖPNV-Plan geführt. Jetzt die Rolle rückwärts, weil die Reaktivierung vier Jahre nach dem Beschluss noch nicht vollzogen ist.

Nun, die Mühlen mahlen leider langsam beim Ausbau von Schienennetzen, ein wenig mehr Geduld müssen wir schon haben! Erschwerend für das Projekt kam ein jahrelanger Streit zwischen Bund und Ländern um die Verteilung von Regionalisierungsmitteln, der vor kurzem erst beigelegt wurde.

Noch im Dornröschenschlaf: Gleis in Neheim-Hüsten

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Mit dem Erfolg, mehr Regionalisierungsmittel für NRW zur Verfügung zu haben, die nun in vier Sonderprogrammen zum

Tragen kommen. Unter anderem auch für Reaktivierungen. Die Röhrtalbahn WIRD wieder fahren! Die Wirtschaftlichkeit ist gegeben, der Auftrag ist erteilt, die Mittel sind in Kürze abrufbereit.
Hilfreicher als die Forderung nach einem Radweg (den wir zweifellos ebenfalls brauchen) wäre der Schulterschluss aller Parteien, um jetzt öffentlichen Druck aufzubauen: Wir sind einig in der Forderung, Sundern endlich ans Bahnnetz anzuschliessen, jetzt kommt in die Gänge. Wir warten schon viel zu lange!

Wer einen Radweg auf der Bahntrasse fordert sollte wissen: Selbst wenn sich die RLG (unwahrscheinlich) zum Abgeben entschließen würde; wenn eine Trasse entwidmet werden soll, MUSS sie neu ausgeschrieben werden, damit ein anderer Betreiber sie übernehmen kann. Und da gibt es inzwischen durchaus Interessenten, man sollte es nicht glauben. Wie lange eine solche Neuausschreibung dauern würde, bis klar wäre ob die Strecke wirklich entwidmet würde, wäre Kaffeesatzleserei, aber sicher Jahre. Und dann müßte der komplette Radweg allein von den Kommunen getragen werden, denn Fördermittel gibt es nur für den straßenbegleitenden Radweg, oder maximal eine Wegeführung entlang der Trasse, nicht drauf.

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