Röhrtalbahn-Aktive im Landtag bei Arndt Klocke

Zu einem Gespräch mit dem verkehrspolitischen Sprecher der Landtagsgrünen, Arndt Klocke, trafen sich Aktive der Agendagruppe Röhrtalbahn, um die Reaktivierung der Röhrtalbahn ins „besondere Landesinteresse“ zu heben. Diese Formulierung ist mit einer Priorisierung verbunden, die durch das neuerliche Gutachten über das Potential der Strecke durchaus berechtigt wäre. Über die Priorisierung entscheidet zwar der NWL, aber das hindert ja nicht, mal Gespräche mit Verantwortlichen zu führen. Das Vorankommen aller Reaktivierungsprojekte ist vor allem abhängig von einer vernünftigen Bundesförderung, und da hängt NRW seit dem (völlig zu recht) gescheiterten Metrorapid hinterher.
Es gibt beste Gründe für die Reaktivierung der Röhrtalbahn:


immer mehr Arbeitnehmer haben ihren Wohnort hier im Sauerland, den Arbeitsplatz aber im Ballungsraum. Die Verbindungsgüte ist überlebenswichtig zum Halten der Einwohnerzahl. Die über 80jährigen nehmen in den nächsten Jahren im Hochsauerlandkreis um 40 % zu, das sind alles potentielle Bahnkunden! Der SPNV (Schienenpersonennahverkehr)  erreicht Kundengruppen, die der Bus nicht erreicht. Das ist besonders interessant für Wochenendtourismus oder Tagesfahrten, mit einem Bahnanschluss erscheint man „auf der Landkarte“, denn die intensiven Bahnkunden nutzen alle Strecken, die sich mit der Bahncard erschliessen.

Besonders wichtig wäre die Röhrtalbahn natürlich für die täglichen Fahrten der direkten AnwohnerInnen. Keine andere Bahnlinie im Hochsauerland liegt derart nah bei den meisten Wohngebieten. Die Einkaufsstraßen von Sundern, Hachen und Hüsten, das Sunderner und Arnsberger Rathaus und zahlreiche Hotels und Gaststätten liegen in der Nähe von Haltepunkten der Röhrtalbahn. Neue Kunden durch eine moderne Röhrtalbahn können hier zu einer Belebung führen.

Das Röhrtal ist voller Industriebetriebe, die ihre Produkte per LKW in die Welt schicken. Maut und steigende Energiepreise werden den Straßenverkehr weiter verteuern, so dass die Schiene wieder interessant wird. Aber erst mit dem Personenverkehr wird sich eine Reaktivierung lohnen. Für den Kostendeckungsgrad einer Bahnstrecke kommt es aber nicht allein auf die Zahl der Fahrgäste an, wichtig ist auch ihre zeitliche Verteilung. Strecken in Großstädten und Ballungsgebieten sind keineswegs immer rentabler als im ländlichen Raum, da im Ballungsraum für die Hauptverkehrs zeiten oft viele Fahrzeuge vorgehalten werden müssen.

Für den Herbst planen wir einen weiteren Termin mit VerkehrsexpertInnen vor Ort, um den politischen Willen zur Reaktivierung weiter zu kräftigen. Wir bleiben zäh!

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld