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13.01.12 Unsere für Donnerstag,
12.2.12, 18 Uhr in Hüsten geplante nächste Sitzung des Röhrtalbahn-Arbeitskreises
fällt aus zugunsten des schon seit einiger Zeit geplanten Vortrages
von Lothar Ebbers, Pro Bahn
NRW, der am gleichen Tag, aber um 19 Uhr im Bahnhof Arnsberg im Raum 6 (Erdgeschoß,
rechter Flügel) zum Thema "Reaktivierung von Schienenstrecken
- Erfahrungen in NRW" berichten wird.
Ein neues Potentialgutachten
bestätigt das, was die Agenda 21 schon lange sagt: Die Röhrtalbahn
hat Chancen.
Die Bahnlinie wird in allen Betrachtungen positiv bewertet - das bisherige
Gutachten von Anfang der 90er wird komplett widerlegt.
Untersucht wurden in der Potenzialanalyse zwei Varianten: In der Flügelzugvariante
wird ein Triebwagen, der von Sundern kommt, an den Zug der RB 57 nach Dortmund
angehangen und umgekehrt, in der Pendelzugvariante wird eine eigenständige
RB-Linie zwischen Sundern und dem Bahnhof Neheim-Hüsten eingerichtet.
Gemeinsam ist den Konzepten ein Fahrplan im Stundentakt mit wochentags 16
Fahrten, am Samstag 15 und am Sonntag 14. Einher geht damit ein neues Busangebot
im Röhrtal, so würde die Schnellbuslinie (S 20) dann entfallen,
die R 25 reduziert, im Extremfall bis auf fünf Fahrten am Tag. Neu
wäre eine Stadtbuslinie C 8 zwischen Neheim-Busbahnhof und Müschede
- halbstündlich oder im Stundentakt. Außerdem müssten die
lokalen Linien in Sundern den An- und Abfahrzeiten der Bahn angepasst werden.
Überraschend ist die Hochrechnung zur Nutzung der Röhrtalbahn,
die die Gutachter durch Analyse von 326 Betrachtungszellen im Umland angestellt
haben: Je nach Variante ergaben sich beim Flügelzugkonzept 1800 bis
1900 Fahrgäste an einem durchschnittlichen Werktag, im Pendelverkehr
1400 bis 1600 Fahrgäste: „Es wird mit der Röhrtalbahn (...)
eine zusätzliche Nachfrage von 900 bis 1200 Fahrgästen geschaffen,
die vorher mit dem Pkw gefahren sind“, stellen die Gutachter fest.
Da es an einer direkten und umstiegsfreien Linie nach Dortmund fehlt, sind
die Zahlen in Variante 2 etwas geringer. Positiv vermerken die Gutachter,
dass „die Nachfrage nicht aus dem Marktsegment Schülerverkehr
stammt, sondern größtenteils aus dem Nichtschülerverkehr.“
Das Nachfragepotenzial schätzen sie als „recht hoch und ausbaufähig“
ein.
Ein wesentlicher Untersuchungspunkt war auch die Kosten-Nutzen-Relation.
Hat sie ein positives Ergebnis, ist die Voraussetzung zu einer Bezuschussung
von ÖPNV-Maßnahmen möglich. Für die Röhrtalbahn
liegt der errechnete Wert bei 1,57 (Variante 1a) bzw. 1,82 (Variante 1b)
und 1,25 (Variante 2a) bzw. 1,49 (Variante 2b) - und liegt damit über
dem Schwellenwert: „Der Nachweis einer volkswirtschaftlichen Rentabilität
ist damit gegeben“, heißt es zum Abschluss. Der bisherige Wert
liegt bei - 0,88.
Im Fazit sagen die Kölner Gutachter: „Aus unserer Sicht lohnt
es sich, die vorhandene Bahninfrastruktur langfristig zu erhalten. Insofern
sollte die jetzige Bahnanlage als betriebsfähige Anlage für den
Güterverkehr erhalten bleiben, da im Falle einer Stilllegung ungemein
höhere Investitionskosten anfallen würden. Die Gutachter schlagen
die Variante 2 wegen der geringeren Aufwendungen vor, die Variante 1 als
Option. „Das Konzept ist finanzierbar“, heißt es zum Schluss.
Vorteile seien die Verlagerung von Verkehr vom motorisierten Individualverkehr
auf die Schiene: „Das dient auch der Attraktivierung der verkehrlichen
Infrastruktur in Arnsberg und Sundern.“
Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die Kreisverwaltung beauftragt wird,
die vorliegenden Ergebnisse der Reaktivierung der Röhrtalbahn in den
bereits beschlossenen Nahverkehrsplan einzubringen und eine Beschlussfassung
im NWL zeitnah herbeizuführen. Dazu soll auch eine Korrektur der Bewertung
zur Reaktivierung herbeigeführt werden.
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Auch für das Jahr 2012 soll es einen Kalender mit Motiven von
der Röhrtalbahn geben. |
Die sogenannten Schmacke-Immobilie in Stemel hat einen neuen Besitzer und eine vielversprechende Zukunft bekommen. Der Müscheder Heinz Vollmer-Lentmann will auf dem Gelände den Energiehof Röhrtal ansiedeln. Pellets und Strom will der Unternehmer produzieren, eventuell auch die alten Wasserrechte wieder aufleben lassen. Und: er sieht ein Potential zur Nutzung der Röhrtalbahn für den Transport der erzeugten Energieträger. Wir haben sofort reagiert und ihn angeschrieben, gratuliert und Gespräche angeboten. Eine solche Aussage ist wichtig für die politischen Entscheidungsträger, denn vor allem die anliegenden Industriebetriebe im Röhrtal können von der Strecke profitieren im Zuge steigender Spritpreise, Mautgebühren etc.

