"Arbeitskreis zur Röhrtalbahn der lokalen Agenda 21 Arnsberg-Sundern"

Stellungnahme zum Projektdossier zur ”Röhrtalbahn” (MWMTV-Düsseldorf 1998)

Die folgenden Annahmen sind vereinfacht und sollen grundsätzlich die Realitätsnähe der Kostenannahmen zur ”Röhrtalbahn” überprüfen. Im Zweifel wird vom Prinzip kaufmännischer Vorsicht ausgegangen.
Die Eisenbahntrasse Neheim-Hüsten-Sundern ist 14, 6 km lang, eingleisig und hat Begegnungsgleise im Bahnhof Hachen.

Annahme 1: Im Dossier werden als Investitionskosten für die Reaktivierung der Röhrtalbahn 34.052.000 DM angenommen. (ca. 17.000.000 € ) Investitionskosten pro km ca. 1.160.000 €

Die Relationen:

a) Die Ingenieurgruppe IVV-Aachen beziffert in ihrer Röhrtalbahn-Expertise (09/98) das gesamte geschätzte Investitionsvolumen für die Röhrtalbahn auf 8.000.000 DM (ca. 4.000.000 €) Investitionskosten pro km ca. 274.000 €

b) Das Investitionsvolumen in die Trasse der im Dezember 2003 reaktivierten ”Upland-Bahn” von Brilon-Wald über Willingen nach Korbach betrug für die Schienentrasse (ohne Brücken) bei ca. 30 km Streckenlänge ca. 6.500.000 € Investitionskosten pro km ca. 217.000 €

c) Die Süd-Thüringen-Bahn (STB) führte auf ca. 60 km Gleislänge eine Totalsanierung durch. Die Gesamtkosten betrugen 2003 ca. 16.000.000 € Investitionskosten pro km ca. 266.000 €

Annahme 2: Im Dossier wird das prognostizierte Verkehrsaufkommen für die Röhrtalbahn für 2010 auf 400 bis 500 Fahrgäste werktags geschätzt. Fahrgäste werktags ca. 450 (montags-freitags) Fahrgäste Samstag/Sonntag keine Angaben

Die Relationen:

a) Die Ingenieurgruppe IVV-Aachen beziffert in ihrer Röhrtalbahn-Expertise (09/98) das geschätzte Fahrgastvolumen auf ca. 1.300 (montags-freitags) Fahrgäste Samstag/Sonntag ca. 650 Fahrgäste die Gesamtfahrgastzahl wird auf ca.. 500.000 (jährlich) geschätzt. Durchschnittliche Fahrgastzahl täglich einschließlich Sa-So ca. 1.400 Fahrgäste

b) Die ”Upland-Bahn” Brilon Wald-Willingen-Korbach rechnet mit dem Fahrgast-Schwellenwert von täglich ca. 750 Fahrgästen (”Damit ist es sinnvoll und wirtschaftlich, Schienen- verkehr zu betreiben”--Zitat der Geschäftsführung der Upland-Bahn aus der FR vom 15.12.03)

c) Die Süd-Thüringen-Bahn (STB) rechnet mit einem Fahrgast-Schwellenwert von täglich ca. 1.030 Fahrgästen

d) Eine weitere wichtige Relation (Korrelation): Im Jahr 2010 fahren in Sundern-Stadt werktags ca. 21.000 Kraftfahrzeuge Die L 519 und B 229 nach Neheim-Hüsten befahren-fast parallel zur Röhrtalbahn- ca. 14.000 Kraftfahrzeuge Allein aus dieser Korrelation ergeben sich bei einem Umstieg auf die RTB bei ca. 7 % ca. 1.000 Fahrgäste (zusätzlich) Bisher geht diese Korrelation zum Bus gegen null

e) Das bedeutet: Die IVV-Schätzung (a) und (d) ergeben 2.400 Fahrgäste (werktags)

f) 1966--im letzten realistischen Bezugsjahr zur Röhrtalbahn fuhren ca. 3.000 Fahrgäste (werktags) Sundern hatte damals ca. 6.000 Einwohner das ergibt bei ca. 1.500 Fahrgästen aus Sundern eine Relation von ca. 4 : 1

2010 hat Sundern-Stadt etwa 16.000 Einwohner Das ergibt eine Relation mit 450 Fahrgästen von ca. 35 : 1

( Agenda 21 Arnsberg-Sundern Arbeitskreis zur Röhrtalbahn)