Museum: Baugrube muss besser gesichert werden

Eine detailliertere geologische Untersuchung des Untergrundes am geplanten Anbau des Sauerlandmuseums hat Klüfte im Gestein aufgedeckt, auf denen Schichten abgleiten könnten. Solche Klüfte sind Risse im Gestein, die unregelmäßig auftreten können und nur sehr schwer vorhersehbar sind. Ärgerliche Folge der Entdeckung ist nun eine aufwändigere Absicherung der Baugrube bzw. Stützwand unterhalb des Altbaues, die mit 90 Pfahlpfosten senkrecht und mit schrägen Stützstreben winkelig in den Berg hinein verstrebt wird. Mehrkosten von 500.000 EUR sind die Folge, weitere 120 TEUR kommen noch hinzu.
Dadurch kann aber die ursprüngliche Bauplanung zumindest optisch erhalten werden.
Ändern wird sich außer der besagten Absicherung auch der Aufzug, der bisher einteilig unter dem Altbau bis hinunter zum Ruhrstraßenniveau gehen sollte. Nun soll er zweiteilig werden und wird durch eine wesentlich geringere Schachttiefe auch billiger.
Die Abbildung oben zeigt die Variante A, die die Baukommision dem Kulturausschuss am 19.3. zur Beschlussfassung empfiehlt. Zwei weitere Varianten B und C (siehe Bild links) würden mehr vom Altbau verdecken und sind auch teurer als Variante A. Zur Information hier die ausführlichen Dokumente, die Kulturausschuss und Kreistag beraten werden:
• die Vorlage_8-1042 • die Varianten A-C Ansichtsplaene_Variante_A-_B-_C
Hier außerdem noch eine Darstellung des Baugrundes (Abbildung rechts). Ursprünglich hatte man mit massivem Felsen gerechnet. Wer auf der anderen Seite des Bergrückens bei Tankstelle Grüne die riesige Falte im Gestein schon mal bestaunt hat, kann sich vorstellen wie massiv. Auf dieser Basis wurde die Bauplanung mit einer Stützmauer und Verankerung ausgerichtet (siehe rechte Abbildung, Skizze 1, Büro Bernecker).  Mit der Entdeckung der Klüfte im Stein (Skizze 2, Trennfläche) bekamen die Architekten nun verständliches  Fracksausen, dass sich  der Hang mitsamt Altbau Richtung Ruhr aufmachen könnte. Skizze 3 zeigt die Reaktion der Statiker auf die neuen Erkenntnisse: Stützmauer bis zur Talsohle und wesentlich stärkere Anker.

Man kann nun monieren, warum bei Kosten der Voruntersuchung von 20.000 EUR und Kosten der Hauptuntersuchung von 40.000 EUR nicht gleich besser untersucht wurde. Auf unsere Nachfragen nach Risiken beim Aushub der Baugrube wurden von städtischem Planungschef Thomas Vielhaber diesbezügliche Risiken als „bestens untersucht!“ ausgeschlossen.
Trotzdem ist diese Kostensteigerung nachvollziehbar. Ärgerlich wäre allerdings die Entdeckung von Asbest beim Abriss der hässlichen Schachtel an der Ruhrstraße, das wurde nicht vorher ausgeschlossen trotz grüner Einwände. Dass die beiden großen Ausstellungshallen etwas kleiner werden (28 m²) ist dagegen eher positiv zu sehen.

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