Schatz von Wedinghausen heben

Grüne Arnsberg mit Propst Böttcher in der PropsteikircheUnser Ortsverband hatte gestern die wunderbare Gelegenheit, eine Führung durch Propsteikirche und Ausgrabungsort Wedinghausen zu bekommen. Dechant Böttcher hat inzwischen derart Routine als Klosterführer, dass er nur so aus dem Nähkästchen sprudelt!

Was für ein Potential legen wir da frei! Wedinghausen war ein politischer, kultureller und gesellschaftlicher Hotspot inmitten „grüner Hölle“ (wie ein Zeitgenosse das Sauerland damals sah), und hätte man die Gebeine der heiligen drei Könige nicht zurück nach Köln gegeben, wäre der Dom in seiner heutigen Form nicht gebaut worden. Solch eine Wirkkraft hatten Reliquien damals; die Kölner haben dadurch wieder Mut gefasst, nach den Kriegswirren an ihrem Weltwunder weiter zu bauen und keinen „Schmalspur-Dom“ abzuliefern. Das wäre der 3-Königs-Gebeine unwürdig gewesen.
Dass sie überhaupt nach Arnsberg kamen ist schon ein untrügliches Zeichen für die Bedeutung Wedinghausens in der kirchlichen Richards Hand - die schwarze Hand vom Kloster WedinghausenHierarchie. Das Klosterscriptorium
Sarkophag Graf Heinrich I und Frauwurde von einem britischen Mönch geleitet, der als Richard von Arnsberg in die Annalen einging und vor allem durch seine mumifizierte Schreibhand bekannt wurde, die Jahre nach seinem Tod aus der Grabkammer geborgen wurde. Im Krieg ist sie mal verschütt gegangen, aber es ist wohl unwahrscheinlich, dass es eine zweite derartige Hand gibt (der Daumen ist ikonografisch dem Zeigefinger zugebogen). Derzeit liegt sie wohlverwahrt im Innern der Kirche.
Heizung anno 1100Was die Archäologen nun im Kapitelsaal freilegten, ist für den LWL aber weit spektakulärer: eine ausgemalte Grabkammer, in denen Restgebeine des Grafen Heinrich I (des Klostergründers) seiner Frau und seines Sohnes gefunden wurden, darunter vermutet man eine weitere Grablege. Die Knochen werden derzeit einer DNA-Analyse unterzogen, dann wird man über die Identität hoffentlich sicher sein. Und ein paar Meter weiter legte man eine Heizungsanlage frei, die als High-Tech-Produkt ihrer Zeit gelten darf, würdig einer Kaiserpfalz, die den Kapitelsaal seinerzeit mitten im Winter auf kuschelige 24°C brachte. Niemand weiß, warum die Prämonstratenser die Anlage außer Betrieb setzten und zuschütteten, vielleicht wollte man wieder besonders bescheiden leben.

Besichtigung der Grabkammer im Kloster WedinghausenWir alle sind begeistert aus den Katakomben wieder aufgetaucht! Selbst die Geschichtsinteressiertesten unter uns haben noch Neues erfahren, und die Bedeutung unserer kleinen Stadt vor 1000 Jahren hat viele überrascht. Die meisten Funde sind erst am Anfang ihrer Erforschung, so wurde auch ein 18 Meter tiefer runder Schacht entdeckt, der mit einem Gang verbunden war und der nur im ersten Moment wie ein Brunnen aussieht. Und man weiß von einem Stollen, der Ende des 19 Jhd. entdeckt und wieder verschlossen wurde, auch dieses eine noch unbekannte Größe im Wedinghausener Geschichtsmosaik.

Sehen wir zu, dass wir das finanzielle Signal geben, damit der LWL die Grafengruft und die High-Tech-Heizung nicht wieder zukippt! Diese Chance bekommen wir so schnell nicht wieder! Hier spenden, 22.000 müssen wir erreichen! Oder kauft eine Heinrichs-Ente für 5 EUR, die es im Pfarrbüro am Laurenz oder beim Verkehrsverein am Neumarkt Ente Heinrichgibt.
Mit diesem Startkapital überzeugen wir dir Zuständigen beim LWL, dass die Bürgerschaft vitales Interesse hat, die archäologischen Schätze sichtbar zu machen!

Wer spenden möchte, die Volksbank Sauerland legt zu jeder Spende noch mal 5 € dazu!

Crowdfunding bei der Volksbank Sauerland

Die Welt zu diesen Funden

Blickpunkt  im Juni 2018 zur Grabkammer

Westfalenpost im Mai 2018 zum Thema

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