Sternfahrt Röhrtalbahn: Radweg nicht gegen Bahntrasse aufwiegen

Röhrtalbahn reaktivieren und Radweg ausbauen!

Radwegverbindung durch den Wald zwischen Müschede und HachenAm 1. Mai haben wir uns zu einer Fahrradsternfahrt ins Röhrtal aufgemacht, um die Wegeführung für RadfahrerInnen entlang der Röhrtalbahn zu „erfahren“ im wahrsten Wortsinn. Zwischen Müschede und Hachen fehlt eine sichere, ebene Radwegeverbindung. Auch wenn der jetzt mögliche Weg durch den Wald wunderschön ist, ist dieser nicht alltagstauglich. Zu steil geht es bergauf und -ab, und auf dem Schotter ist eine vorsichtige Fahrweise angeraten, um nicht ins Schleudern zu kommen. Das funktioniert bei der Sonntags-Ausfahrt, macht einen Radweg aber nicht attraktiv für den täglichen, schnellen Berufsweg.

MdL Rolf Beu, Verena Verspohl und Jan OvelgönneIn Reigern trafen sich die beiden Radfahrgruppen aus Arnsberg und Sundern mit dem grünen Nahverkehrsexperten Rolf Beu, der die landesplanerischen Vorgaben für die Reaktivierung der Bahntrasse vorstellte. Es gibt einen Fördertopf für Bahn-Reaktivierungen, und aus diesem Topf wird es nicht nur die notwendigen Mittel für die Reaktivierung der Röhrtalbahn geben, sondern auch Zuschüsse für die laufenden Kosten. Mit der Reaktivierung würde also eine Menge Geld ins Sauerland fließen, welches ansonsten in andere Gebiete geht.

Kostenersparnis für den HSK

Dies Reaktivierung der Röhrtalbahn mit Landes- und Bundesmitteln hätte auch zur Folge, dass die RLG – und damit der HSK als bezuschussender Kreis – von Kosten für dann wegfallende direkte Busverbindungen entlastet würde. Müschede würde wohlgemerkt NICHT darunter zu leiden haben, denn die Verbindung ins Oberdorf wird aufrecht erhalten, niemand braucht seine Einkäufe den Berg hinauf schleppen, das ist seitens der RLG fest zugesagt.

Wie wudurch und durch nass auf dem Rückweg, hier in Hüsten: Susanne Ulmke, Verena Verspohl, Thomas Wälter, Regina Dietrich, Nina Verspohl und Niklas Schellnderbar es wäre, wieder in die Bahn steigen zu können wurde deutlich, als sich das Wetter zusehens verschlechterte, und in Sauerländer Fisselregen mündete. Anstatt im bequemen Bahnabteil trocken nachhause zu kommen, nahmen wir für die Fahrt durch den Regen die schnellste Route entlang der Bundesstraße bis Müschede, und freuten uns, dass nur wenig Autos unterwegs waren. Der Berufsverkehr ist deutlich dichter, und bei entgegenkommenden Fahrzeugen kann ein Sicherheitsabstand zu Fahrrädern nicht mehr eingehalten werden. Überholt wird man trotzdem, und das macht die Fahrt entlang der Bundesstraße zu einem unkalkulierbaren Risiko.

Fazit der Sternfahrt

Wir brauchen die Reaktivierung der Bahn, um die Infrastruktur endlich wieder nutzen zu können, und wir brauchen eine sichere Radwegeführung zwischen Hachen und Müschede, die ebenerdig und direkt verbindet.

Kritiker der Bahnreaktivierung argumentieren mit Aussagen wie
1.) „zu teuer“ => das Gutachten aus 2013, dass die Wirtschaftlichkeit der Reaktivierung belegt, wird gerade NOCHMALS gutachterlich überprüft, erst dann wird es grünes Licht geben. Die Fördermittel, die dann in die Region fließen, werden sich nachhaltig auf Tourismus und Regionalentwicklung generell auswirken.
2.) „zu wenig Nutzer“ => bei allen bisherigen Reaktivierungen stiegen die Nutzerzahlen innerhalb weniger Jahre über die Prognosen, es ist nicht anzunehmen, dass das Sauerland die Ausnahme sein wird, zumal die demografische Entwicklung zu mehr NutzerInnen führen wird.
3.) „die Bahn wird laut an jedem Bahnübergang pfeifen, und ständig müssen alle Autos stehen bleiben“ => heutzutage wird so ein innerörtlicher Übergang technisch gesichert und ein Pfeifsignal entfällt, damit sowohl die Anwohnerstörung unterbleibt als auch die Geschwindigkeit etwas höher sein kann. Dass Autos  an Bahnübergängen anhalten müssten (1 – 2 x in der Stunde für wenige Minuten), ist ein Fakt, der angesichts des Allgemeinwohls für alle älteren oder wenig mobilen MitbürgerInnen hinnehmbar ist.

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