Am Möhnebogen wurde heute eine neue Trinkwasseraufbereitungsanlage eingeweiht, die die bisher angemietete, mobile Aktivkohleanlage ersetzen wird. Fünf Jahre nach Bekanntwerden des PFT-Skandals errichten die Stadtwerke damit eine hochmoderne Filteranlage, die nicht nur mit perfluorierten Tensiden, sondern mit einer Vielzahl bakterieller oder chemischer Verunreinigungen fertig wird. Wir sind damit umfassend gerüstet für eine Trinkwasserversorgung auf technisch höchstem Level. Die neue Ultrafiltrationsanlage arbeitet mit stangenförmigen Filtern, um möglichst hohe Oberfläche zu bekommen. Das Wasser wird hindurch gepumpt und geht in einem zweiten Schritt dann durch die Aktivkohleanlage. Alle paar Wochen müssen die Filter gespült werden, ab und zu auch mit Laugen und Säuren von hartnäckigen Verschmutzungen befreit werden. weiterlesen »
Neue Filteranlage am Möhnebogen
PFT verschwindet aus Löschmitteln
Ab 28. Juni 2011 dürfen EU-weit keine Feuerlöschschäume mit Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) mehr verwendet werden. Feuerwehren und Unternehmen müssen die Lagerbestände jetzt fachgerecht entsorgen, am besten in Abstimmung mit den zuständigen Umweltbehörden. Aufgrund der extremen Langlebigkeit hat sich die Säure mittlerweile überall hin ausgebreitet, auch bis zur Arktis. Besonders besorgniserregend ist, dass sie sich im menschlichen Blut und in Muttermilch wiederfindet. In Arnsberg hat die kriminelle Entsorgung dieses Stoffes 2006 zu einer Verseuchung des Trinkwassers geführt. Trotz Bodensanierung gelangt der Stoff bis heute über diffuse Quellen und die Kläranlagen in die Flüsse. Themenseite beim Umweltbundesamt
Kein PFT mehr in der Seufzertalquelle
Kein PFT mehr in der Seufzertalquelle
Nachdem 2007 eine der giftigen Verbindungen in der Quelle gefunden wurden, hatte unser Ortsverband im Juli 2010 eine neue Probe untersuchen lassen.
Die Quelle im Seufzertal, wo sich viele BürgerInnen gern gut schmeckendes Quellwasser abfüllen, ist wieder PFT-frei. Der grüne Ortsverband hatte im Juli eine Probe des Wassers im Fraunhofer-Institut Schmallenberg untersuchen lassen. Diese Untersuchung brachte erfreuliche Ergebnisse zu Tage.
Neue Filteranlage am Möhnebogen
06.09.2010 Zum Spatenstich für eine neue Filteranlage am Möhnebogen kam man am Montagmorgen zusammen, interessierte BürgerInnen, Politik, Verwaltung und die Kinder des Arche-Noah-Kinder-gartens mit ihren Betreuerinnen.
Seit im Jahr 2006 die Verseuchung von Möhne und Ruhr mit illegal entsorgten Chemikalien entdeckt wurde, bestand die Notwendigkeit der Wasserfilterung durch Aktivkohle. In den letzten Jahren geschah dies durch eine mobile Filteranlage; die blauen Filtereinheiten sind nun nur noch bis zur Fertigstellung des Neubaues in Betrieb.
Diese Investition von insgesamt rd. 9 Millionen Euro (eine Anlage am Möhnebogen, eine weitere im Langel bei Freienohl) wird ohne Landeszuschüsse, allein durch die Gebührenzahler aufzubringen sein. Ulrich Midderhoff, Geschäftsführer der Arnsberger GmbH & Co KG, erläuterte, dass die neuen Filteranlagen zu Mehrkosten “unter 10 %” führen werden. Bei 40 m³ Wasserverbrauch (Durchschnitt eines Erwachsenen) beträgt der aufzubringende Betrag etwa 6-7 Euro. Das hört sich noch ganz anders an als im Januar 2009, als von Preissteigerungen von 25 % die Rede war.
Der PFT-Skandal hat deutlich gemacht, dass die Wasserversorgung aus Oberflächenwasser der Flüsse (bei uns sind es Ruhr und Möhne) mit immer mehr Schadstoffen zu
kämpfen hat. PFT (perfluorierte Tenside) waren ein Notfall, dem ein krimineller Hintergrund zuzuordnen war. Arzneimittelrückstände, Flammschutzmittel, Hormone und viele weitere Spurenstoffe haben in Trinkwasser aber ebenfalls nichts verloren und werden mit den neuen Anlagen eliminiert. Die Filterstufe, die im Langel dazu kommt, verhindert zudem die Verunreinigung mit coliformen Keimen, die bei Hochwasser regelmäßig auftrat.
Altlastenkataster weiter ohne PFT-Flächen
In der Ratssitzung waren die wichtigsten Entscheidungen wieder einmal nicht öffentlich und können hier nicht dargestellt werden. Beim Flächennutzungsplan wurde unsere Eingabe zur Erstellung eines Altlastenkatasters der PFT-Flächen abgewiesen; man habe beim Kreis keine Erkenntnisse über solche Flächen. Dass die Belastung der Seufzertalquelle nicht vom Himmel gefallen und weiter ungeklärt ist, wird von uns weiter verfolgt werden.
Seufzertalquelle PFT-belastet
Auf unsere Nachfrage zur Herkunft der PFT-Einträge in der Seufzertalquelle erfolgte die ernüchternde Antwort, dass seit der Entdeckung 2007 noch keine weitere Erkenntnis gewonnen wurde. Der HSK sei zuständig. Die Stadt ist nochmals auf die Behörde zugegangen und hat unsere Hinweise auf Verdachtsflächen weitergegeben.
Von Kreisseite aus geht man nur sehr widerwillig auf Spurensuche. Es dauert letztendlich noch einige Wochen, bis mitgeteilt wird, dass eine Herkunft des Giftes vom ehemaligen Militärübungsplatz Müschede ausgeschlossen werden kann. Damit ist die Sache für den Kreis abgeschlossen. Für uns allerdings nicht…
Fraktionsanträge im März 2009
In der Ratssitzung am 25.3.09 wurden folgende Anträge eingebracht:
Heizungspumpen erneuern: An vielen Heizungen sind diese Pumpen unglaubliche Stromfresser, eine Erneuerung rentiert sich bereits in kürzester Zeit Antrag Heizungspumpen
Baumschulflächen auf PFT testen: der Kreis ist zuständig, aber tut nichts, und die Heimlichtuerei um die belasteten Flächen schützt nur die Verursacher, nicht die Verbraucher Antrag PFT-Flächentest
Kulturnägel für Vereine schaffen: mit dem neuen “Plakatierungskonzept” wird es (entgegen aller Versicherungen) weniger Werbemöglichkeiten für Vereine geben. Unser Antrag zielt auf bessere Angebote im Innenstadtbereich. => dem Antrag wird entsprochen, zwei Säulen (am Engelbertplatz (NEH) und am Brückenplatz (AR) werden kurzfristig aufgestellt, in Hüsten erfolgt die Aufstellung nach der Neugestaltung der Marktstraße. Antrag Kulturnägel
Hugo Bremer würdigen: der Neheimer Erfinder war ein Querdenker und schwieriger Mensch, aber seine Erfindungen waren nicht nur militärischer Art, sondern vor allem alltägliche Gebrauchsgegenstände. Im nächsten Bezirksausschuss wird über den Antrag befunden. => den Kreisverkehr wird man nicht benennen, weil das bisher nicht üblich sei. Eine Gedenktafel will man in Kooperation mit Vereinen anbringen. Antrag Würdigung Hugo Bremer
PFT im Sauerland
PFT – Perfluorierte organische Tenside – ein Giftskandal zieht weite Kreise
Diese Seite informiert über den PFT-Skandal im Sauerland von Anfang (Juni 2006) an
16.05.09
Seit März 2009 ist die besonders giftige Schwefelvariante der PFT-Reihe, Perfluoroktansulfonat PFOS, von der EU verboten worden. Daraufhin haben wir den Antrag gestellt, die mit PFT belasteten Flächen ins Altlastenkataster aufzunehmen, da im Augenblick eh der Flächennutzungsplan für Arnsberg neu erstellt wird. Drei Jahre nach Bekanntwerden der Verseuchung sind die BürgerInnen im Sauerland immer noch im Ungewissen, ob in der Weihnachtsbaumplantage am Hang über ihren Gärten PFT liegt. Bauer und “Umweltminister” Uhlenberg verweigert allen Informationsgesetzen zum Trotz weiterhin die Bekanntgabe aller Flächen.
14.05.09
Immer noch ist die Quelle der PFT-Belastung im Seufzertal nicht ermittelt. Nachfragen unsererseits, auch nach Flächen eines bekannten PFT-Baumschulbetreibers im Stadtgebiet, werden von der Verwaltung abgewehrt mit “wir sind nicht zuständig” Der Hochsauerlandkreis äußert sich mit “wir kennen keine Flächen”, Uhlenberg in Düsseldorf hält die Verdachtsflächen geheim. Das übliche 3-Affen-Spiel. Der Kreis stellt sich zudem auf den Standpunkt, die Quelle im Seufzertal sei keine Trinkwasserquelle, damit sei man auch in keinerlei Verantwortung. Juristisch gesehen ist das auch vertretbar, eine Vorsorgepflicht dem Bürger gegenüber ist allerdings nicht zu erkennen. Die Quelle ist seit Generationen als Trink- und Heilwasser beliebt.
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