Weniger Schotter, mehr Grün: Mehr tun gegen die Klimakatastrophe!

Der Sommer 2018 hat eindrücklich bewiesen, dass die Klimakatastrophe sich auch bei uns bemerkbar und das Leben schwerer macht. Wir müssen uns mit Klimaanpassungsstrategien befassen, mit der Bewältigung veränderter Lebensbedingungen und dem Umgang mit höheren Temperaturen, als wir sie im regnerischen Sauerland bisher kannten.
Besonders in den Innenstädten steigen die sommerlichen Temperaturen inzwischen ins Unerträgliche, und mancher ältere Mensch hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Strategien zur Abkühlung des Innenstadtklimas sind gefragt!
Unser Antrag „Kleinklima in der Stadt verbessern“ zur Ratssitzung am 3.April 2019 zeigt kommunale Maßnahmen für die Artenvielfalt und Klimaverbesserung in der Stadt auf.

Extensive Dachflächenbegrünung, Foto: Christopher Amend, Pixabay

Dazu gehört zum einen die Nutzung von Flachdächern zur Begrünung. Für sämtliche kommunalen Neubauten (auch außerhalb der Innenstadtbereiche) soll die Verpflichtung zur Dachbegrünung eingeführt werden, bei privaten Bauvorhaben soll eine Bauberatung die Vorzüge von Dachbegrünungen aufzeigen und mögliche Hemmnisse bei der Umsetzung an die Politik zurückspiegeln. Dazu soll in regelmäßigen Abständen (mindestens jährlich) im Planungsausschuss berichtet werden. Werden die Dachflächen allerdings ganz oder teilweise zur Nutzung von Photovoltaik- oder Thermosolar-Anlagen genutzt, soll für diese (Teil-) flächen die Begrünungspflicht entfallen. Diese Regelungen sollen auch auf Gewerbegebiete übertragen werden.

Fassadenbegrünung soll an kommunalen Neubauten ohne Flachdach den gleichen klimatischen Dämpfungseffekt erzielen. Wenn Dachbegrünung nicht möglich ist, ist dieser Ersatz auch städtebaulich eine ansprechende Alternative, und die Stadt soll den BürgerInnen bei ihren Neubauten beispielgebend sein.

Rotdorn – ein heimischer Frühblüher, früher an jeder Hausecke zu finden

Bei Straßenumbau oder -neubau soll ein Verschlechterungsverbot gelten. Müssen Bäume gefällt werden, haben Neuanpflanzungen mindestens in gleicher Anzahl und Wertigkeit zu erfolgen, und wo keine Bäume waren, sollen welche hin, und zwar insektenfreundliche! Bis heute wird immer noch eine Auswahl nach Kriterien durchgeführt, die keinerlei ökologischen Sinn erfüllen: nicht zu hoch, nicht zu breit, nicht zu viel Laub, DAS sind die Maßstäbe. Dieses Denken muss sich ändern.

Das zunehmende Ärgernis der „Verschotterung“ von Vorgärten, Grünstreifen, ganzen Rasenflächen ist vielen Menschen ein Dorn im Auge. Manche Städte (z.B. Düsseldorf) erlassen Vorgartensatzungen, andere fügen Gestaltungsklauseln in ihre Bebauungspläne ein, die eine Begrünung vorschreiben, es gibt durchaus städtebauliche Instrumente, die sogenannten „Schottergärten“ zu ächten. Da wir bei der Vielfalt der Möglichkeiten der Verwaltung Spielraum lassen wollten, eine kommunal am besten geeignete Strategie vorzuschlagen, haben wir dies als Prüfauftrag formuliert.
Die zunehmende Verkiesung von Vorgärten bedeutet das Ende einer Kultur der Nachhaltigkeit, der Insektenfreundlichkeit und des Wetteiferns um den schönsten Anblick blühender Gewächse. Dieser Negativentwicklung muss entgegen gewirkt werden.

Der Antrag zum Download (PDF)

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